Was ist weißer Hautkrebs?

Redaktion Derma Mia

© iStock / iAndrey Popov

Weißer Hautkrebs umfasst verschieden Hautkrebsarten. Am häufigsten sind Basalzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome und verschiedene Hautkrebsvorstufen. Lesen Sie die wichtigsten Infos zu Entstehung, Anzeichen, Diagnose und Behandlungen von hellem Hautkrebs.

Weißer Hautkrebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene bösartige Hauttumoren. Sie werden auch unter dem Begriff „nicht-melanotischer Hautkrebs“ zusammengefasst. Damit grenzen Ärztinnen und Ärzte den weißen Hautkrebs vom schwarzen Hautkrebs ab, dem malignen Melanom. 

Zum weißen Hautkrebs zählen vor allem das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Auch Hautkrebsvorstufen wie die Aktinische Keratose und das Bowen-Karzinom (Morbus Bowen) werden diesem Formenkreis zugeordnet.

Weißer Hautkrebs: Häufigkeit, Alter, Prognose

Weißer Hautkrebs kommt deutlich häufiger vor als schwarzer Hautkrebs und betrifft vor allem ältere Menschen. Basalzell- und Plattenepithelkarzinome bilden nur so gut wie nie beziehungsweise nur in Ausnahmefällen Metastasen. In den meisten Fällen sind diese Tumoren gut behandelbar, wenn Ärztinnen und Ärzte sie frühzeitig auffinden.

Einige Zahlen vom Robert Koch-Institut (RKI) zum weißen Hautkrebs:

  • Im Jahr 2023 erkrankten 116.610 Frauen und 126.210 Männer neu an weißem Hautkrebs.
  • Knapp drei Viertel dieser Fälle sind Basalzellkarzinome, ungefähr ein Viertel Plattenepithelkarzinome.
  • Das mittlere Erkrankungsalter beträgt 74 Jahre für Frauen und 76 Jahre für Männer.
  • Die Prognose ist beim weißen Hautkrebs gut. Im Vergleich zu anderen Krebsarten gibt es nur wenige Sterbefälle: 541 Frauen und 791 Männer starben im Jahr 2023. Die meisten überleben also ihre Hautkrebserkrankung.

Weißer Hautkrebs einfach erklärt:

  • Der Begriff „weißer Hautkrebs“ ist ein Oberbegriff für Hauttumoren, die sich biologisch und optisch vom schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, unterscheiden. Daher rührt auch die Bezeichnung „nicht-melanotischer Hautkrebs“. Trotz des Namens sieht weißer Hautkrebs nicht unbedingt weiß aus.
  • Weißer Hautkrebs wächst meist langsamer und streut seltener als ein Melanom, das als besonders aggressiv gilt. Dennoch sind auch beim weißen Hautkrebs eine frühzeitige Diagnose und ausreichende Behandlung wichtig.
  • Wichtig sind folgende Unterschiede: Das Basalzellkarzinom kann ohne Behandlung in tiefere Hautschichten hineinwachsen und das Gewebe zerstören, es metastasiert aber so gut wie nie. Das Plattenepithelkarzinom breitet sich eher aus als ein Basalzellkarzinom und kann Metastasen in weiter entfernten Organen bilden, allerdings kommt dies auch nur selten vor.

Welche Arten von weißem Hautkrebs gibt es?

Basalzellkarzinom 

Das Basalzellkarzinom ist die häufigste Form von weißem Hautkrebses. Es entsteht aus Zellen der Basalzellschicht der Haut und aus den Wurzelscheiden der Haarfollikel. Besonders häufig tritt es im Kopf- und Halsbereich auf, die der Sonne oft ausgesetzt sind („Sonnenterrassen“), seltener am Rumpf, an Armen oder Beinen.

Plattenepithelkarzinom

Das Plattenepithelkarzinom wird auch Spinaliom oder Stachelzellkarzinom genannt. Es ist nach dem Basalzellkarzinom der zweithäufigste bösartige Hauttumor dieser Gruppe. Oft entsteht der Tumor an chronisch sonnenexponierten Hautarealen, besonders an Kopf und Hals. Im Gegensatz zum Basalzellkarzinom kann sich das Plattenepithelkarzinom aus einer Vorstufe entwickeln. Dazu gehören vor allem die aktinische Keratose, aber auch Morbus Bowen und Cheilitis actinica.

Neben diesen häufigeren hellen Hautkrebsarten gibt es noch seltenere Formen wie das Merkelzellkarzinom, das besonders aggressiv ist, oder das Adenokarzinom der Haut, das von den Schweiß- oder Talgdrüsen ausgeht.

Wie entsteht weißer Hautkrebs?

Der wichtigste Risikofaktor für weißen Hautkrebs ist UV-Strahlung – sowohl durch natürliches Sonnenlicht als auch durch künstliche UV-Quellen wie das Solarium. Zu viel UV-Strahlung steigert das Risiko für fast alle Hautkrebsarten. Die Wahrscheinlichkeit für Hautkrebs nimmt außerdem mit dem Alter zu, weil sich die UV-Schäden (z.B. häufige Sonnenbrände) über die Jahre summieren können.

Weitere Risikofaktoren für weißen Hautkrebs sind ein heller Hauttyp, eine eigene Hautkrebsvorgeschichte, ein geschwächtes Immunsystem, Narben oder chronisch entzündliche Hautveränderungen sowie eine langjährige Belastung mit einigen Schadstoffen. Für das Plattenepithelkarzinom spielen außerdem Krebsvorstufen wie die Aktinische Keratose eine wichtige Rolle.

Wie erkennt man weißen Hautkrebs?

Weißer Hautkrebs kann sehr unterschiedlich aussehen und ist nicht so leicht erkennbar. Die frühen Anzeichen hängen davon ab, ob es sich um ein Basalzellkarzinom oder ein Plattenepithelkarzinom handelt.

Mögliche Anzeichen für ein Basalzellkarzinom

Ein Basalzellkarzinom kann im Frühstadium als glasiges, weißliches oder rötliches Knötchen erscheinen. Häufig sind feine Blutäderchen, eine Einsenkung in der Mitte der Hautveränderung oder eine wunde, verkrustete Stelle sichtbar, die nicht abheilt. Später kann der Tumor wie ein Geschwür oder aneinandergereihte kleine Knötchen mit perlschnurartigem Rand aussehen.

Mögliche Anzeichen für ein Plattenepithelkarzinom

Ein Plattenepithelkarzinom zeigt sich oft als rauer, geröteter Hautbereich, der verhornt, schuppig oder verhärtet sein kann. Es kann auch wie ein Geschwür oder Knoten aussehen. Bleibt der Hauttumor unentdeckt und unbehandelt, können sich weitere Krusten bilden; fortgeschrittene Plattenepithelkarzinom können auch bluten und Schmerzen verursachen.

Krebsvorstufen: Aktinische Keratose und Morbus Bowen

Beim Plattenepithelkarzinom sind Krebsvorstufen bekannt, die sich zu Hautkrebs weiter entwickeln können. Eine aktinische Keratose kann wie ein schuppiger Fleck, ein kleines Knötchen oder ein leichter Hügel erscheinen und rötlich oder rotbraun aussehen. Morbus Bowen kann sich als rötlicher oder bräunlicher Fleck zeigen. Diese Veränderungen sollten Sie immer ärztlich abklären lassen, weil sie Vorstufen des Plattenepithelkarzinoms sein können.

Erfahren Sie mehr über  aktinische Keratose und Morbus Bowen 

Wo tritt weißer Hautkrebs häufig auf?

Weißer Hautkrebs entsteht meist an Hautstellen, die über Jahre besonders viel Sonne abbekommen haben. Typische Stellen sind der Bereich von Kopf und Hals, zum Beispiel die Nase, Lidwinkel, Ohren, unbehaarte Kopfhaut oder Lippen. Auch die Schultern, Arme und das Dekolleté können betroffen sein. Allerdings kann weißer Hautkrebs auch an vielen anderen Stellen des Körpers vorkommen.

Die folgende Tabelle des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, wo Plattenepithel- und Basalzellkarzinome besonders oft entstehen:

Körperregion (in Prozent)

Basalzellkarzinom

Plattenepithelkarzinome

Kopf und Hals

Frauen: 60

Männer: 60

Frauen: 60

Männer: 72

Rumpf

Frauen: 20

Männer: 21

Frauen: 10

Männer: 7

Obere Extremitäten

Frauen: 8

Männer: 10

Frauen: 17

Männer: 12

Untere Extremitäten

Frauen: 7

Männer: 5

Frauen: 10

Männer: 4

Ist weißer Hautkrebs gefährlich?

Weißen Hautkrebs sollten Sie immer ernst nehmen, auch wenn er im Vergleich zum Melanom als weniger gefährlich gilt. Die Heilungschancen sind in der Regel gut, wenn der Tumor in der Haut frühzeitig erkannt und behandelt wird. 

Basalzell- und Plattenepithelkarzinome bilden nur selten Metastasen und sind deshalb fast immer heilbar. Ein Plattenepithelkarzinom besitzt ein höheres Risiko für die Ausbreitung als ein Basalzellkarzinom. Trotzdem kann ein unbehandeltes Basalzellkarzinom lokal Gewebe zerstören und zum Beispiel auf die Knochen übergreifen, was die Lebensqualität maßgeblich einschränken kann.

Entscheidend sind deshalb die frühe Diagnose und Therapie. Je eher weißer Hautkrebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind in der Regel die Heilungsaussichten und die Prognose. Außerdem können die notwendigen Therapien oft schonender ausfallen.

Wie wird weißer Hautkrebs diagnostiziert?

Ein Hautarzt oder eine Hautärztin (Fachgebiet der Dermatologie) untersucht die Haut im Rahmen der Hautkrebs-Diagnostik zunächst mit den Augen auf sichtbare und tastbare Veränderungen. Dabei kommt auch ein Dermatoskop zum Einsatz. Das ist eine Lupe mit einer Lichtquelle,  durch die sich Hautbereiche vergrößern und besser beurteilen lassen.

Beim Verdacht auf weißen Hautkrebs wird eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem verdächtigen Hautareal entnommen. Das Gewebe untersucht eine Pathologin oder ein Pathologe feingeweblich unter dem Mikroskop. Gutartige und bösartige Zellen lassen sich so mit hoher Sicherheit unterscheiden. Die Diagnose „Hautkrebs“ lässt sich dadurch zuverlässig stellen.

Bei kleinen und örtlich begrenzten Tumoren wird die verdächtige Stelle im Rahmen der Biopsie oft schon vollständig entfernt. Dann ist keine weitere Operation mehr nötig. Je nach Befund sind anschließend manchmal noch weitere Untersuchungen nötig. So können zum Beispiel bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) Hinweise liefern, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Davon hängt wiederum die Therapie ab.

Wie wird weißer Hautkrebs behandelt?

Die wichtigste Behandlung bei weißem Hautkrebs ist die Operation. Dabei entfernen Ärztinnen und Ärzte den Tumor möglichst vollständig. Die OP ist sowohl für Menschen mit einem Basalzellkarzinom als auch einem Plattenepithelkarzinom zentral. Die  Heilungschancen stehen bei rechtzeitiger Behandlung gut.

Bei kleinen oder oberflächlichen Basalzellkarzinomen können auch örtliche Behandlungen infrage kommen, etwa mit wirkstoffhaltigen Cremes, Licht oder Kälte. Bei Plattenepithelkarzinomen ist dagegen eine Strahlentherapie empfohlen, wenn eine OP nicht möglich oder nicht gewünscht ist. Bei fortgeschrittenem weißem Hautkrebs sind zudem zielgerichtete Therapien, Immuntherapien oder eine Chemotherapie Möglichkeiten der Behandlung.

Nachsorge bei weißem Hautkrebs

Die Nachsorge ist für alle Krebsarten wichtig, auch bei weißem und schwarzem Hautkrebs. Ziel ist es, einen Rückfall  (Rezidiv) oder neue Hauttumore möglichst frühzeitig zu erkennen. Weißer Hautkrebs kann an derselben Stelle als örtlicher Rückfall oder an einer anderen Stelle als Zweittumor auftreten. Ärztinnen und Ärzte behandeln im Rahmen der Nachsorge auch Symptome und Beschwerden aufgrund der Krebserkrankung und Krebstherapien. Deshalb gehören regelmäßige Kontrollen und die Beobachtung der eigenen Haut hinsichtlich Veränderungen zur langfristigen Betreuung dazu.

Klinische Studien bei weißem Hautkrebs

Für manche Menschen mit fortgeschrittenem weißem Hautkrebs kann eine Behandlung im Rahmen einer klinischen Studie eine Möglichkeit seinIn solchen Studien werden neue Wirkstoffe und Behandlungsmethoden geprüft oder bestehende Therapien verbessert. Teilnehmende werden dabei engmaschig medizinisch betreut.  

Erfahren Sie mehr über  Klinische Studien bei weißem Brustkrebs

Früherkennung: Wann sollte man zum Arzt?

Jede Hautveränderung, die neu entstehtnicht abheiltverkrustet bleibtblutetsichtbar wächst oder sich über längere Zeit verändert, sollte Sie ärztlich abklären lassen.

Zusätzlich wird (Stand: Juni 2026) das Hautkrebs-Screening ab 35 Jahren alle zwei Jahre für gesetzlich Versicherte als Maßnahme zur Früherkennung von Hautkrebs empfohlenDas Hautkrebs-Screening in seiner jetzigen Form steht jedoch auf dem Prüfstand. Bis Ende 2027 soll es neu geordnet werden und könnte dann nur noch für bestimmte Risikogruppen zugänglich sein.  

FAQ zu weißem Hautkrebs

Weißer Hautkrebs umfasst vor allem das Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom. Schwarzer Hautkrebs meint das maligne Melanom. Weißer Hautkrebs bildet seltener Metastasen und ist meist gut behandelbar. Das Melanom gilt dagegen als aggressiver und bildet oft schnell Metastasen.

Das Basalzellkarzinom ist eine Form von weißem Hautkrebs, es gehört also in diese Gruppe. Es gibt aber noch weitere Hautkrebsarten, die unter den Begriff „weißer Hautkrebs“ fallen, zum Beispiel das Plattenepithelkarzinom.  Der Begriff Basaliom wird heute nur noch selten verwendet, sondern eher die Begriffe Basalzellkarzinom oder Basalzellkrebs.

Ja, weißer Hautkrebs kann streuen und Metastasen in anderen Organen bilden, sogenannte Fernmetastasen. Allerdings ist dies im Vergleich zum schwarzen Hautkrebs und zu anderen Krebsarten eher selten der Fall. Das Risiko für die Metastasierung ist beim Plattenepithelkarzinom etwa höher als beim Basalzellkarzinom.

Weißer Hautkrebs kann sehr unterschiedlich aussehen. Es hängt von der Unterform ab: Ein Basalzellkarzinom kann wie ein glasiges oder rötliches Knötchen mit feinen Gefäßen aussehen, ein Plattenepithelkarzinom eher wie ein rauer, schuppiger oder verhärteter roter Fleck.

In den meisten Fällen ist weißer Hautkrebs heilbar. Die Heilungschancen sind umso höher, je früher der Hautkrebs entdeckt und behandelt wird. Basalzell- und Plattenepithelkarzinome gelten als Tumoren, die nur selten metastasieren und deshalb fast immer heilbar sind.

Besonders oft entsteht weißer Hautkrebs an stark sonnenexponierten Stellen wie Nase, Ohren, Lidwinkeln, unbehaarter Kopfhaut, Lippen, Schultern, Armen und Dekolleté.

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  1. S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut, Stand: Dezember 2022, https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-022OLl_S3_Aktinische_Keratosen-Plattenepithelkarzinom-PEK_2023-01.pdf (Abruf: 12.5.2026) 
  2. S2k-Leitlinie Basalzellkarzinom der Haut, Stand: 1.1.2024, https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-021l_S2k_Basalzellkarzinom-der-Haut_2024-07.pdf  (Abruf: 12.5.2026) 
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/weisser-hautkrebs.html  (Abruf: 12.5.2026) 
  4. Robert Koch-Institut (RKI): Nicht-melanotischer Hautkrebs (heller Hautkrebs), https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Nicht-melanotischer-Hautkrebs/nicht-melanotischer-hautkrebs_node.html  (Abruf: 12.5.2026) 
  5. Deutsche Krebshilfe, https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/hautkrebs/ (Abruf: 13.5.2026) 
  6. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), https://www.krebsinformationsdienst.de/hautkrebs  (Abruf: 13.5.2026) 
  7. Onko-Internetportal, https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/basis-infos-fuer-patienten.html  (Abruf: 13.5.2026) 
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