Nachsorge bei schwarzem Hautkrebs

Redaktion Derma Mia

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Die Nachsorge ist beim schwarzen Hautkrebs wichtig, um einen Rückfall oder Zweitmelanome aufzuspüren. Lesen Sie, in welchen Intervallen die Nachsorge empfohlen ist und welche Untersuchungen stattfinden, je nach Ihrem persönlichen Risikoprofil. 

Nach der Behandlung von schwarzem Hautkrebs – dem malignen Melanom –  ist eine engmaschige Nachsorge wichtig. Sie soll dazu beitragen, eine Rückkehr des Melanoms (Rezidiv), Zweitmelanome und eventuelle Metastasen möglichst frühzeitig zu erkennen und erneut zu behandeln.

Besonders in den ersten Jahren nach der Melanom-Diagnose ist das Rückfallrisiko erhöht. Rund 80 Prozent der Rezidive treten innerhalb der ersten drei Jahre auf, berichtet die S3-Leitlinie zum Melanom. Das Risiko für Zweitmelanome ist in den beiden ersten Jahren nach der ersten Diagnose am höchsten. Danach bleibt es auf einem stabil niedrigen Niveau.

Bei den Nachsorgeterminen erkundigen sich Ärztinnen und Ärzte zudem nach Ihrem Gesundheitszustand. Sie erfragen und behandeln zum Beispiel Beschwerden, die auf die Krebserkrankung oder die Krebstherapien zurückzuführen sind. So können Melanom-Behandlungen wie die Immuntherapie oder zielgerichtete Therapien einige Nebenwirkungen und Folgen mit sich bringen, die kontrolliert, überwacht und behandelt werden müssen.

Für invasive Melanome empfiehlt die medizinische Leitlinie eine Nachsorge über einen Zeitraum von zehn Jahren. Danach beschränken sich die Maßnahmen auf eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut, zum Beispiel nach der ABCDE-Regel, sowie auf die jährliche Ganzkörperuntersuchung auf Zweitmelanome.

Wie häufig Nachsorgetermine nötig sind, hängt von Ihrem individuellen Risikoprofil und vom Stadium des Melanoms zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Besprechen Sie die Untersuchungsintervalle mit Ihrem Behandlungsteam.

Die Nachsorge ist nicht nur ein formaler Abschluss der Behandlung, sondern ein wichtiger Teil der weiteren Betreuung. Gerade beim Melanom ist das wichtig, weil die Erkrankung auch nach zunächst erfolgreicher Therapie erneut auftreten kann.

Warum ist die Nachsorge beim Melanom so wichtig?

Das Ziel der Nachsorge ist es, eine Rückkehr  des Melanoms, ein zweites Melanom oder die Bildung von Metastasen rechtzeitig aufzuspüren. Ärztinnen und Ärzte überprüfen, ob neue Hautveränderungen aufgetreten sind und ob es Hinweise auf eine Ausbreitung der Krebserkrankung gibt. Früh erkannte Rückfälle oder neue Tumoren lassen sich oft besser behandeln als eine fortgeschrittene Krebserkrankung.

Das bedeutet: Auch wenn Ihre erste Behandlung abgeschlossen ist, bleibt die Erkrankung noch über mehrere Jahre ein Thema. Regelmäßige Kontrollen können aber Ängste nehmen, Sicherheit geben und dabei mithelfen, eventuell gefährliche Hautveränderungen nicht zu übersehen.

Wie lange dauert die Nachsorge bei schwarzem Hautkrebs? 

Für die Nachsorge beim Melanom ist in der Regel ein Zeitraum von zehn Jahren empfohlen. In den ersten Jahren sind die Abstände zwischen den Kontrollen meist kürzer, weil hier die das Risiko für einen Rückfall und für weitere Tumoren höher ist. Wenn über längere Zeit keine neuen Tumoren oder Rückfälle auftreten, dehnen sich die Intervalle immer weiter aus.

Ab dem elften Jahr umfasst die Nachsorge die regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut und eine körperliche Untersuchung durch die Ärztin oder den Arzt. Es zählt hier übrigens wieder das Hautkrebs-Screening, welches die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre vorschlagen. Wenn Sie eine jährliche Untersuchung wünschen, müssen Sie diese selbst bezahlen. Allerdings steht das Hautkrebs-Screening derzeit auf dem Prüfstand. Bis Ende 2027 soll entschieden werden, wie das Screening danach aussehen soll. 

Entscheidend für die Nachsorge ist Ihr persönliches Risiko. Je weiter das Melanom bei der ersten Diagnose fortgeschritten war, desto engmaschiger sind in der Regel die empfohlenen Kontrollintervalle.

Was passiert bei den Nachsorgeterminen?

Selbstuntersuchungen der Haut sind ein wesentlicher Bestandteil der Nachsorge. Lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam zeigen, wie der Selbstcheck der Haut funktioniert und was Sie besonders beachten sollten. Wichtig ist es, die Haut am gesamten Körper zu untersuchen, am besten nackt vor einem Spiegel und bei Tageslicht. So können Sie selbst zur Früherkennung von Rezidiven oder Zweitmelanomen beitragen. Viele Zentren bieten Informationen zur Selbstuntersuchung in Form von Broschüren, Faltblättern oder Videos an. Auch Ihre Angehörigen lassen sich in die Anleitung zur Selbstuntersuchung der Haut einbeziehen. Es gibt schwer einsehbare Stellen wie den Rücken, bei denen die Unterstützung einer anderen Person wichtig ist.  

Viele stellen sich die Frage, welche Untersuchungen in der Nachsorge gemacht werden. Wichtig ist vor allem die körperliche Untersuchung, bei der Ärztinnen und Ärzte in der Regel zunächst die gesamte Haut begutachten.

Außerdem kontrollieren sie die Operationsstelle, die Lymphabflussgebiete und die nahegelegenen Lymphknoten, manchmal auch per Ultraschall (Sonographie). Der Ultraschall kann sichtbar machen, ob die Lymphknoten verändert oder verdickt sind. Dies kann ein Hinweis auf Krebszellen und Lymphknotenmetastasen sein.

Bei sehr frühen Melanomen reichen diese Untersuchungen oft aus. Bei fortgeschrittener Erkrankung oder auffälligen Befunden können weitere Untersuchungen nötig sein. Dazu zählen zum Beispiel bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).

In manchen Fällen wird zusätzlich ein Tumormarker namens S100B bestimmt. Wenn er ansteigt, kann das auf einen Krankheitsrückfall hindeuten. Empfohlen ist die Bestimmung von S100B im Rahmen der Nachsorge für Personen ohne Symptome ab dem Stadium IB. Insgesamt gibt es die Stadien 0 bis IV sowie die Buchstaben A bis D. Je höher die Ziffer und der Buchstabe, desto weiter fortgeschritten und gefährlicher ist das Melanom.

Wichtig: Welche Untersuchungen in Ihrem Fall sinnvoll sind, hängt in erster Linie vom Stadium, Rückfallrisiko und bisherigen Verlauf der Krebserkrankung ab.

Nachsorge je nach Stadium und Rückfallrisiko

Die Nachsorge beim schwarzen Hautkrebs funktioniert risikoangepasst. Fachpersonen sagen auch „risikoadaptiert“. Das heißt: Nicht alle Menschen, die an schwarzem Hautkrebs erkrankt sind, erhalten die gleichen Untersuchungen in den gleichen zeitlichen Abständen. Maßgeblich sind vor allem die Tumordicke, das Tumorstadium und das individuelle Rückfallrisiko.

Nachsorge bei frühem Melanom

Bei einem frühen Melanom (Stadium IA) genügt in der Nachsorge meist die körperliche Untersuchung. In den ersten drei Jahren finden die Kontrollen in der Regel alle sechs Monate statt, danach bis zum zehnten Jahr einmal jährlich.

Die Nachsorge in diesem Stadium dargestellt in einer Tabelle:

Melanom-Stadium IA1. – 3. Jahr

4. – 10. Jahr

 

Körperliche Untersuchungalle 6 Monateeinmal im Jahr

Nachsorge bei erhöhtem Rückfallrisiko

Bei Melanomen der Stadien IB bis IIB sind folgende Nachsorgeintervalle vorgesehen: In den ersten drei Jahren meist Kontrollen alle drei Monate, im vierten und fünften Jahr alle sechs Monate und danach bis zum zehnten Jahr alle sechs bis zwölf Monate.

Zusätzlich wird ab dem Tumorstadium IB in der Nachsorge eine Ultraschalluntersuchung der Operationsnarbe, der Lymphabflusswege und der nahen Lymphknoten empfohlen.

Das Nachsorgeintervall als Übersicht in der Tabelle:

Melanom-Stadium

IB – IIB

1. – 3. Jahr

4. und 5. Jahr

6. – 10. Jahr

Körperliche Untersuchung

alle 3 Monate

alle 6 Monate

alle 6 bis 12

Tumormarker S100B

alle 3 Monate

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—-

Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten

alle 6 Monate

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Nachsorge bei fortgeschrittenem Melanom

Bei Melanomen der Stadien IIC bis IV ist die Nachsorge besonders engmaschig. In den ersten fünf Jahren werden in der Regel körperliche Untersuchungen alle drei Monate empfohlen, danach sind bis zum zehnten Jahr alle sechs Monate Kontrollen empfohlen.  

Nach bereits operierten Metastasen können zusätzlich bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Positronenemissionstomographie (PET) in Kombination mit einer CT (PET-CT) sinnvoll sein – in den ersten drei Jahren meist alle sechs Monate.

Nachsorge-Intervalle als Tabelle:

Melanom-Stadium IIC – IV

1. – 3. Jahr

4. und 5. Jahr

6. – 10. Jahr

Körperliche Untersuchung

alle 3 Monate

alle 3 Monate

alle 6 Monate

Tumormarker S100B

alle 3 Monate

alle 6 Monate

—-

Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten

alle 3 Monate

alle 6 Monate

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CT, MRT und/oder PET-CT

alle 6 Monate

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Wann sollte man früher als geplant zum Arzt?

In manchen Fällen sollten Sie nicht bis zum nächsten regulären Nachsorgetermin warten, sondern umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Dies ist zum Beispiel ratsam, wenn Sie:

  • eine neue oder veränderte Hautstelle bemerken
  • an der früheren Operationsstelle eine Auffälligkeit entdecken
  • Veränderungen (Verdickungen) der Lymphknoten bemerken oder ertasten
  • neue Beschwerden entwickeln, die Sie sich nicht erklären können

 

Eine vorgezogene Kontrolle ist übrigens kein Zeichen von Übervorsicht. Sie gehört zu einer guten Nachsorge dazu, wenn sich zwischen den geplanten Terminen etwas verändert.

FAQs zu Nachsorge bei schwarzem Hautkrebs

Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind bei schwarzem Hautkrebs wichtig. Zusätzlich sollten Sie Ihre Haut selbst aufmerksam beobachten und untersuchen, um neue oder veränderte Stellen früh zu bemerken.

Auch nach der Behandlung des Melanoms bleibt ein konsequenter UV-Schutz wichtig. Der Krebsinformationsdienst betont, dass Sonnenschutz weiterhin sinnvoll ist, auch wenn er die Nachsorge nicht ersetzt.

Nach schwarzem Hautkrebs kann auch Rehabilitation sinnvoll sein. Eine Krebserkrankung kann einige körperliche und psychische Folgen haben. Diese versuchen Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Reha zu behandeln und zu lindern. Außerdem geht es darum, die körperliche Leistungsfähigkeit zu stärken und wieder mehr Fitness für den Alltag und Beruf zu erhalten.

Meist werden die gesamte Haut, die Operationsstelle, die Lymphabflussgebiete und die nahegelegenen Lymphknoten untersucht. Je nach Risiko kommen weitere Untersuchungen hinzu.

In der Regel zehn Jahre. Wie häufig die Termine stattfinden, hängt davon ab, wie weit das Melanom fortgeschritten und wie hoch das Rückfallrisiko ist. In den ersten Jahren sind die Termine meist enger getaktet, später werden die Abstände häufig größer.

Bei sehr frühem Melanom reicht oft die körperliche Untersuchung im Rahmen der Nachsorge aus. Ob zusätzliche Untersuchungen nötig sind, hängt vom individuellen Befund ab.

Vor allem dann, wenn das Rückfallrisiko höher ist oder wenn das Melanom bei der ersten Diagnose schon weiter fortgeschritten war. Dann können Ultraschalluntersuchungen der Lymphknoten und weitere bildgebende Verfahren sinnvoll sein.

Nein, der Sonnenschutz bleibt wichtig, ersetzt aber nicht die regelmäßigen Nachsorgetermine. In diesen geht es darum, Rückfälle und Zweimelanome rechtzeitig zu finden und zu behandeln.

  1. S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Stand: Juli 2020, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Melanom/Melanom_Version_3/LL_Melanom_Langversion_3.3.pdf (Abruf: 5.5.2026)
  1. Patientenleitlinie Melanom, Stand: Januar 2021, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Melanom-1910012.pdf (Abruf: 5.5.2026)
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/schwarzer-hautkrebs.html (Abruf: 5.5.2026)
  3. ONKO-Internetportal, https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/malignes-melanom-schwarzer-hautkrebs.html (Abruf: 6.5.2026)
  1. Deutsche Krebshilfe, https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/hautkrebs/ (Abruf: 6.5.2026)
  2. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), https://www.krebsinformationsdienst.de/hautkrebs  (Abruf: 6.5.2026)

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