Schwarzer Hautkrebs ist ein bösartiger Tumor der Haut, der als sehr gefährlich gilt. Er ist oft aggressiv, breitet sich rasch aus und bildet schnell Metastasen in weiter entfernten Organen. Schwarzer Hautkrebs hat seinen Ursprung in den pigmentbildenden Zellen der Haut, den Melanozyten. Daher heißt diese Hautkrebsart in der medizinischen Fachsprache auch malignes Melanom.
Schwarzer Hautkrebs: Häufigkeit, Alter, Prognose
Im Vergleich zum weißen Hautkrebs mit den beiden Hauptformen – Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom – kommt das Melanom deutlich seltener vor. Einige Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) dazu:
- Im Jahr 2023 erkrankten 12.960 Frauen und 14.470 Männer neu an einem Melanom. Zum Vergleich: An weißem (nicht-melanotischem) Hautkrebs erkrankten schätzungsweise 243.000 Personen (Basalzellkarzinom deutlich häufiger als Plattenepithelkarzinom).
- Das mittlere Erkrankungsalter von Frauen liegt mit 64 Jahren vergleichsweise niedrig. Männer erkranken im Schnitt mit 69 Jahren.
- Die Prognose ist gut. Fünf Jahre nach der Diagnose leben noch 96 Prozent der Frauen und 94 Prozent der Männer. Zehn Jahre später sind noch 96 Prozent der Frauen und 95 Prozent der Männer am Leben.
Trotz der günstigen Prognose ist schwarzer Hautkrebs sehr ernst zu nehmen, weil er früh in tiefere Hautschichten einwachsen und sich im Körper ausbreiten kann. Es können sich Metastasen bilden, zum Beispiel in der Leber, Lunge oder im Gehirn. Ein metastasiertes Melanom gilt in der Regel als nicht mehr heilbar, aber behandelbar. Deshalb ist es so wichtig, schwarzen Hautkrebs frühzeitig zu erkennen und rasch zu behandeln.
Schwarzer Hautkrebs auf einen Blick:
- Was ist das? Schwarzer Hautkrebs ist ein bösartiger Tumor der pigmentbildenden Hautzellen.
- Medizinischer Begriff: Malignes Melanom.
- Wie häufig? Im Jahr 2023 erkrankten 27.430 Personen am malignen Melanom, darunter ungefähr gleich viele Frauen und Männer.
- Warum gefährlich? Er kann früh in tiefere Hautschichten einwachsen und sich im Körper ausbreiten.
- Worauf achten? Auf neue oder veränderte Pigmentmale, unregelmäßige Formen, unterschiedliche Farben sowie juckende oder blutende Hautveränderungen.
- Warum ist Früherkennung wichtig? Weil das Melanom oft besser behandelbar ist und die Heilungschancen dann besser stehen.
Wie erkennt man schwarzen Hautkrebs?
Das maligne Melanom lässt sich oft daran erkennen, dass ein neues Pigmentmal entsteht oder sich ein bestehendes Muttermal auffällig und sichtbar verändert. Verdächtig sind vor allem Veränderungen in der Form, Farbe, Größe oder Oberfläche des Mals.
Hilfreich bei der ersten Einschätzung kann die Selbstuntersuchung eines Muttermals nach der ABCDE-Regel sein. Wird ein Melanom früh entdeckt, ist es meist besser behandelbar.
Wie entsteht schwarzer Hautkrebs?
Ein malignes Melanom entsteht, wenn sich die pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) bösartig verändern. Diese Zellen befinden sich in der Oberhaut, produzieren den Farbstoff Melanin und sind unter anderem dafür verantwortlich, dass die Haut auf Sonnenlicht mit einer Bräunung reagiert. Wenn diese Pigmentzellen entarten, kann daraus ein bösartiger Hauttumor entstehen.
Je nach Wachstumstiefe und Stadium kann er sich auf die Haut beschränken. Die Krebszellen können sich aber auch über die Lymph- und Blutbahnen im Körper ausbreiten, andere Organe erreichen und dort Metastasen (Tochtergeschwulste) bilden. Beispiele: Leber, Lunge, Gehirn, Knochen.
Ursachen und Risikofaktoren von schwarzem Hautkrebs
Der wichtigste Risikofaktor für das maligne Melanom ist UV-Strahlung. Dazu gehören sowohl natürliches Sonnenlicht als auch künstliche UV-Strahlung, zum Beispiel im Solarium. Besonders kritisch sind starke, wiederholte UV-Belastungen und Sonnenbrände, vor allem in der Kindheit und Jugend.
Ein erhöhtes Risiko haben außerdem Menschen mit hellem Hauttyp, mit vielen oder auffälligen Pigmentmalen sowie Personen, in deren Familie bereits Melanome vorkommen. Auch wenn Sie selbst schon einmal an Hautkrebs erkrankt waren, haben Sie ein höheres Risiko für eine erneute Erkrankung.
Wie unterscheidet sich schwarzer Hautkrebs von weißem Hautkrebs?
Der Begriff weißer Hautkrebs umfasst zwei Hauptformen: das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Schwarzer Hautkrebs unterscheidet sich vom hellen Hautkrebs zunächst durch seinen Ursprung: Der Tumor entsteht nicht aus Basalzellen oder hornbildenden Zellen (Keratinozyten), sondern aus pigmentbildenden Zellen. Außerdem ist schwarzer Hautkrebs oft aggressiver, wächst schnell und breitet sich rasch im Körper aus. Das Basalzellkarzinom bildet dagegen so gut wie nie Metastasen, das Plattenepithelkarzinom etwas häufiger, aber immer noch selten.
Behandlungen beim Melanom und Studien
Welche Behandlungen infrage kommen, hängt vor allem vom Stadium des Melanoms ab. Bei frühen Melanomen ist die Operation die wichtigste Therapie. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommen heute zusätzlich Immuntherapien und — bei genetischen Veränderungen wie einer BRAF-Mutation — zielgerichtete Therapien infrage. Neue Medikamente haben die Behandlung des Melanoms in den vergangenen Jahren verändert.
Auch in der Forschung gibt es neue Entwicklungen. In klinischen Studien werden neue Immuntherapien, zielgerichtete Wirkstoffe und neue Behandlungskombinationen untersucht. Dazu gehören auch Strategien, bei denen Medikamente bereits vor einer Operation eingesetzt werden. Diese neuen Therapien fließen in die S3-Leitlinie zum Melanom ein, wenn sie sich als wirksam und sicher erwiesen haben.
Schwarzer Hautkrebs kann sehr unterschiedlich aussehen. Häufig ähnelt er einem dunklen Pigmentmal, das unregelmäßig geformt ist, mehrere Farben aufweist oder sich verändert. Er ist aber nicht immer tiefschwarz.
Nein. Ein malignes Melanom kann braun, schwarz, rötlich, bläulich oder auch hautfarben erscheinen. Entscheidend ist nicht nur die Farbe, sondern vor allem, ob sich eine Hautveränderung neu entwickelt oder verändert.
Ja. Ein Melanom kann sich aus einem bereits bestehenden Pigmentmal entwickeln oder neu entstehen. Deshalb sollten auffällige oder sich verändernde Muttermale ärztlich kontrolliert werden.
Wird schwarzer Hautkrebs früh erkannt, ist er oft gut behandelbar und in vielen Fällen heilbar. Entscheidend sind vor allem Stadium, Tumordicke und eine schnelle Therapie.
Das ist unterschiedlich. Manche Melanome wachsen über längere Zeit eher oberflächlich, andere dringen schneller in tiefere Hautschichten ein. Gerade deshalb sollten Sie Veränderungen der Haut früh ärztlich abklären lassen.
Immer dann, wenn es neu ist oder sich verändert – etwa in Form, Farbe, Größe oder Oberfläche. Auch Juckreiz, Nässen oder Blutungen sind Warnzeichen.
In Deutschland gibt es das Angebot der Hautkrebs-Screenings. Ab dem 35. Lebensjahr können gesetzlich Versicherte derzeit (Stand: Mai 2026) kostenlos alle zwei Jahre ihre Haut untersuchen lassen. Allerdings steht das Hautkrebs-Screening in seiner jetzigen Form auf dem Prüfstand. Bis Ende 2027 soll es neu geregelt werden und könnte dann nur noch speziellen Risikogruppen zugänglich sein. Regelmäßige Hautkontrollen sind besonders für Menschen mit erhöhtem Risiko sinnvoll. Wer viele Pigmentmale hat, einen hellen Hauttyp oder Hautkrebsfälle in der Familie kennt, sollte Veränderungen der Haut aufmerksam beobachten und ärztlich abklären lassen.
- Robert Koch-Institut (RKI), https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Melanom/melanom_node.html (Abruf: 28.4.2026)
- S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Version 3.3 – Juli 2020, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Melanom/Melanom_Version_3/LL_Melanom_Langversion_3.3.pdf (Abruf: 28.4.2026)
- Deutsche Krebshilfe, https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/hautkrebs/ (Abruf: 28.4.2026)
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/schwarzer-hautkrebs.html (Abruf: 28.4.2026)
- Onko-Internetportal, https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/malignes-melanom-schwarzer-hautkrebs.html (Abruf: 28.4.2026)
- Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), https://www.krebsinformationsdienst.de/hautkrebs (Abruf: 28.4.2026)
Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Informationen verständlich zu vermitteln. Die Informationen können jedoch eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.