Therapien bei schwarzem Hautkrebs

Redaktion Derma Mia

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Die Therapie von schwarzem Hautkrebs hängt von verschiedenen Faktoren ab, allen voran vom Stadium des Tumors, besonderen Merkmalen der Krebszellen und vom Rückfallrisiko. Erfahren Sie, welche Behandlungsmöglichkeiten es beim Melanom gibt – von Operation und Immuntherapie über zielgerichtete Medikamente.  

Für schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) gibt es verschiedene Behandlungen. Meist kombinieren Ärztinnen und Ärzte mehrere Therapien miteinander, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Welche Behandlungen zum Einsatz kommen, richtet sich nach verschiedenen Faktoren, besonders nach dem Stadium der Erkrankung, der Tumordicke, speziellen molekulargenetischen Merkmalen der Krebszellen und dem Rückfallrisiko. In frühen Melanom-Stadien genügt oft eine Operation, bei der Ärztinnen und Ärzte versuchen, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen.

Ist das Melanom weiter fortgeschritten oder besteht nach der Operation ein erhöhtes Rückfallrisiko, gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten. Dazu zählen zum Beispiel die Immuntherapie, zielgerichtete Therapien (engl. targeted therapy) oder die Strahlentherapie. Auch die Teilnahme an klinischen Studien, in denen neue Behandlungen für schwarzen Hautkrebs getestet werden, kann eine Möglichkeit sein.

Welche Therapie beim Melanom infrage kommt

Welche Behandlung empfohlen wird, hängt vor allem davon ab:

  • wie weit das Melanom fortgeschritten ist – wie tief der Tumor gewachsen ist, ob Lymphknoten befallen sind oder ob Fernmetastasen vorliegen.
  • ob der Tumor bestimmte molekulare Merkmale wie eine BRAF-Mutation trägt.

Wie wird die passende Therapie ausgewählt?

Die Wahl der geeigneten Therapie richtet sich nach Stadium, Tumordicke, Lymphknotenbefall, Fernmetastasen, Mutationsstatus und Ihrer allgemeinen gesundheitlichen Situation. Auch Ihre Wünsche, Präferenzen und Überzeugungen spielen in die Therapiewahl mit hinein.

Die Behandlung eines Melanoms sollten Ärztinnen und Ärzte durchführen, die viel Erfahrung mit der Therapie haben. Es gibt zum Beispiel zertifizierte Hauttumorzentren, die oft Universitätskliniken angeschlossen sind. Darüber hinaus existieren spezialisierte Fachkliniken, die umfangreiche Erfahrung mit der Melanombehandlung haben.

Dort arbeitet in der Regel ein interdisziplinäres Team (Tumorboard oder Tumorkonferenz), das sich aus Ärztinnen und Ärzten verschiedener medizinischer Fachrichtungen zusammensetzt, zum Beispiel aus dem Fachgebiet der Dermatologie, Onkologie oder Chirurgie. Auch Fachleute aus Psychoonkologie, Sozialarbeit und Pflege sind oft ein Teil des Teams. Sie planen die Behandlung gemeinsam und für jeden Menschen individuell.

Wenn Sie sich unsicher bezüglich des ursprünglichen Behandlungsvorschlag sind, können Sie sich eine ärztliche Zweitmeinung einholen. Erst wenn Sie sich ausreichend über alle Therapieoptionen informiert fühlen, treffen Sie eine Entscheidung – am besten gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam nach dem Prinzip der Shared Decision Making (SDM). Dies lässt sich mit gemeinsamer oder partizipativer Entscheidungsfindung übersetzen. 

Operation: Die wichtigste Behandlung

Die Operation ist der wichtigste Behandlungsschritt beim Melanom. Schon beim Verdacht auf schwarzen Hautkrebs im Rahmen der Diagnostik wird die auffällige Hautstelle in der Regel entfernt und anschließend im Labor unter dem Mikroskop feingeweblich (histologisch) untersucht.

Bestätigt sich die Diagnose „Melanom“, folgt eine zweite Operation, bei der noch mehr Gewebe mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand um den Tumor herum entfernt wird. Die Narbe wird dadurch größer. Ärztinnen und Ärzte versuchen immer, den Tumor „im Gesunden“ (R0-Resektion) zu entnehmen. An den Schnitträndern und am äußeren Saum des Gewebes sind dann keine Krebszellen mehr nachweisbar. Dies lässt sich unter dem Mikroskop überprüfen.

Manchmal werden zusätzlich benachbarte Lymphknoten entfernt (Lymphadenektomie). Hinweise auf einen Lymphknotenbefall mit Krebszellen liefert die Markierung des Wächterlymphknotens (engl. „Sentinel“), die im Rahmen der Melanom-Diagnostik vorgenommen wird. Der Wächterlymphknoten ist der erste Lymphknoten im Abflussgebiet des Tumors. 

Der Hintergrund: Krebszellen können in die umliegenden Lymphknoten einwandern. Dies gilt als Hinweis darauf, dass sich der Krebs „auf Wanderschaft“ gemacht hat. Prinzipiell besitzen Krebszellen die Fähigkeit, sich über die Blut- und Lymphwege im gesamten Körper auszubreiten. Sie können weiter entfernte Organe erreichen und dort Metastasen bilden. Das Melanom kann zum Beispiel Metastasen in der Leber, Lunge, in den Knochen oder im Gehirn bilden, sogenannte Fernmetastasen. Auch Hautmetastasen sind möglich.

Bei kleinen, örtlich begrenzten Melanomen kann die Operation oft die einzige notwendige Behandlung sein. In frühen Krebsstadien ist die OP in der Regel die zentrale Behandlung. Auch einzelne Metastasen in anderen Organen lassen sich manchmal operieren.

Was ist ein Melanoma-in-situ?
  • Bei einem Melanoma-in-situ (auch In-situ-Melanom) finden sich die Krebszellen nur in der obersten Hautschicht. Sie haben die Basalmembran – die Schicht zwischen Oberhaut und Lederhaut – noch nicht durchbrochen.
  • Aus einem Melanoma-in-situ kann sich jedoch schwarzer Hautkrebs entwickeln.
  • Daher wird das Melanom-in-situ im Rahmen einer Operation vollständig entfernt.
  • Nach der Operation ist keine weitere Behandlung nötig.

Zusätzliche Behandlungen nach der Operation

Nach einer erfolgreichen Operation kann in bestimmten Situationen eine adjuvante Therapie (adjuvant = ergänzend, unterstützend) sinnvoll sein. Sie soll das Risiko senken, dass das Melanom zurückkehrt (Rückfall oder Rezidiv) oder sich Metastasen bilden. Eine unterstützende Behandlung ist vor allem dann empfehlenswert, wenn ein erhöhtes Rückfall- oder Metastasierungsrisiko besteht, zum Beispiel bei einem Lymphknotenbefall. Dann sind schon Krebszellen in die benachbarten Lymphknoten eingewandert. Dies gilt als Anzeichen, das sich die Krebszellen schon auf Wanderschaft gemacht haben.

Welche adjuvante Behandlung infrage kommt, hängt vom Stadium und von den besonderen Eigenschaften des Tumors ab. Häufig kommen Immuntherapien oder — bei nachgewiesener genetischer Veränderung (Mutation) — zielgerichtete Therapien infrage.

In klinischen Studien testen Forschende auch die Krebstherapie mit Medikamenten vor einer Operation (neoadjuvant). Ziel dieser Strategie ist es, den Tumor zu verkleinern und ihn so besser operabel zu machen.

Immuntherapie beim Melanom

Die Immuntherapie gehört heute zu den wichtigsten Behandlungsformen beim schwarzen Hautkrebs. Zum Einsatz kommen Medikamente aus der Gruppe der sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren. Dabei handelt es sich um Antikörper. Beim Melanom werden zum Beispiel die Wirkstoffe Pembrolizumab, Nivolumab oder Ipilimumab eingesetzt, einzeln oder auch in Kombination.

Die Medikamente richten sich nicht gegen die Krebszellen selbst, sondern aktivieren das körpereigene Immunsystem. Dadurch soll es Krebszellen wieder selbst erkennen und bekämpfen.

Eine Immuntherapie kann nach der Operation sinnvoll sein, wenn ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht. Auch bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Melanom spielt die Immuntherapie eine wesentliche Rolle. Immun-Checkpoint-Inhibitoren werden als Infusion verabreicht. Sie können die Therapie ambulant durchführen.

Zudem ist die Behandlung mit Interferon-alpha in bestimmten Fällen eine Therapieoption. Interferon-alpha  ist ein Botenstoff des Immunsystems. Interferone helfen dabei mit, Krebszellen zu bekämpfen. Sie lassen sich auch künstlich herstellen und dann als Medikamente einsetzen.

Zielgerichtete Therapie bei einer Mutation

Bei einem Teil der Melanome liegt eine BRAF-V600-Mutation vor, zum Beispiel V600E oder V600K.  BRAF ist ein bestimmter Signalweg in den Krebszellen, der das Wachstum des Tumors fördert. Bei ungefähr der Hälfte der Menschen mit einem Melanom ist eine BRAF-Mutation nachweisbar, berichtet das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). Auch andere Gene können beim Melanom verändert (mutiert) sein, zum Beispiel das Gen namens „MEK“.

Zielgerichtete Medikamente richten sich gegen BRAF und/oder MEK. Zum Einsatz kommen Medikamente aus der Gruppe der BRAF- und MEK-Hemmer, meist in Kombination, manchmal auch nur einzeln. Häufig angewendete Wirkstoffe sind zum Beispiel Dabrafenib, Vemurafenib oder Trametinib. Sie greifen gezielt in die Signalwege der Tumorzellen ein und bremsen so ihr Wachstum und ihre Vermehrung.

Darüber hinaus kann auch das sogenannte c-KIT-Gen verändert sein (laut Patientenleitlinie bei ca. 1 bis 5 von 100 Personen mit einem Melanom). Dadurch sind verschiedene Signalwege in der Melanomzelle überaktiv und der Tumor wächst schneller. Bei einer solchen Mutation sind Medikamente aus der Gruppe der c-KIT-Hemmer eine Therapiemöglichkeit. Auch Immun-Checkpoint-Inhibitoren (siehe Immuntherapie) sind bei einem veränderten c-KIT wirksam.  c-KIT-Hemmer gibt es in Tablettenform, die Sie täglich einnehmen.

Die zielgerichtete Therapie kommt jedoch nur infrage, wenn die entsprechende Mutation nachgewiesen wurde.

Strahlentherapie beim Melanom

Die Strahlentherapie (Radiotherapie) spielt bei vielen Krebsarten eine zentrale Rolle. Beim schwarzen Hautkrebs ist sie dagegen keine Standardbehandlung. Die Bestrahlung kann aber in bestimmten Fällen eine Therapieoption sein, zum Beispiel wenn sich das Melanom nicht operieren lässt oder Metastasen gezielt behandelt werden sollen. Die Strahlentherapie zielt beim metastasierten Melanom darauf ab, Beschwerden aufgrund der Metastasen zu lindern, die Lebenszeit zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern oder aufrechtzuerhalten.

Chemotherapie bei schwarzem Hautkrebs

Beim Melanom kommt die Chemotherapie meist erst zum Einsatz, wenn andere Behandlungen ausgeschöpft sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebsarten ist die Chemotherapie also nicht die erste Wahl beim Melanom. Sie kann aber zum Beispiel bei Metastasen in der Leber, Lunge oder im Gehirn eine Möglichkeit sein.

Bei einer Chemotherapie werden Zellgifte (Zytostatika oder Chemotherapeutika) angewendet, die Krebszellen an verschiedenen Stellen angreifen. Sie unterbinden ihre Vermehrung oder töten sie ab. Mögliche Wirkstoffe beim Melanom sind Dacarbazin, Paclitaxel oder platinhaltige Zytostatika, die als Infusion verabreicht werden.

Welche Behandlungen kommen bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Melanom infrage?

Bei fortgeschrittenem oder metastasiertem schwarzem Hautkrebs wird die Behandlung komplexer. Dann kommen – je nach Situation – die Immuntherapie, zielgerichtete Therapie, mitunter auch die Operation einzelner Metastasen oder die Strahlentherapie in Frage. Möglich ist eventuell auch die Teilnahme an einer klinischen Studie, in der neue Behandlungen oder Kombinationen von Medikamenten auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit getestet werden. Besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, ob es entsprechende klinische Studien gibt, für die Sie die Voraussetzungen mitbringen.

Je weiter das Melanom fortgeschritten ist, desto mehr liegt der Schwerpunkt darauf, Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, die Lebenszeit zu verlängern und eine möglichst gute Lebensqualität sicherzustellen. Es handelt sich dann um palliative Therapien, die nicht mehr auf die Heilung abzielen.

Klinische Studien und neue Therapieansätze

Klinische Studien können beim Melanom insbesondere in fortgeschrittenen Situationen eine zusätzliche Option sein. Menschen mit metastasiertem schwarzem Hautkrebs können sich unter Umständen im Rahmen einer Studie behandeln lassen. Dort werden neue Medikamente, neue Kombinationen oder neue Behandlungsansätze geprüft.

FAQ zu Therapien bei schwarzem Hautkrebs

In vielen Fällen ist das die Operation. Versucht wird, das Melanom möglichst vollständig zu entfernen. Bei einem frühen und örtlich begrenzten Melanom genügt die OP oft schon.

Nein. Wenn das Rückfallrisiko erhöht ist oder das Melanom bereits weiter fortgeschritten ist, können zusätzliche Behandlungen wie Immuntherapie oder zielgerichtete Therapie nötig sein.

Die Immuntherapie aktiviert das körpereigene Abwehrsystem, damit es wieder selbst gegen den Krebs vorgeht. Prinzipiell ist das Immunsystem in der Lage, Krebszellen zu erkennen und zu beseitigen. Die zielgerichtete Therapie greift an bestimmten molekulargenetischen Veränderungen der Tumorzellen an, zum Beispiel an einer BRAF-Mutation.

Die Strahlentherapie ist kein Standard in der Behandlung von schwarzem Hautkrebs. Sie ist zum Beispiel eine Option, wenn ein Tumor nicht operiert werden kann oder wenn Metastasen gezielt behandelt werden sollen.

Studien können vor allem bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Melanom wichtig sein, wenn neue oder spezialisierte Therapieansätze geprüft werden.

  1. S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Stand: Juli 2020, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Melanom/Melanom_Version_3/LL_Melanom_Langversion_3.3.pdf (Abruf: 10.5.2026)
  2. Patientenleitlinie Melanom, Stand: Januar 2021, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Melanom-1910012.pdf (Abruf: 10.5.2026)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/schwarzer-hautkrebs.html (Abruf: 10.5.2026)
  4. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), https://www.krebsinformationsdienst.de/hautkrebs/behandlung-melanom (Abruf: 10.5.2026)
  5. Deutsche Krebshilfe, https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/hautkrebs/ (Abruf: 11.5.2026)
  6. ONKO-Internetportal, https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/malignes-melanom-schwarzer-hautkrebs.html (Abruf: 11.5.2026

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