Plattenepithelkarzinom

Redaktion Derma Mia

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Das Plattenepithelkarzinom ist ein weißer Hautkrebs, der seltener vorkommt als das Basalzellkarzinom. Typisch sind raue, schuppige, verhornte oder krustige Hautstellen, die sich verändern oder nicht abheilen. Das Plattenepithelkarzinom besitzt eine Vorstufe, die aktinische Keratose. Bei früh erkannten Tumoren stehen die Heilungschancen gut.

Das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkarzinom) ist eine Form von weißem Hautkrebs. Nach dem Basalzellkarzinom ist diese Hautkrebsart der zweithäufigste bösartige Tumor der Haut. Laut dem Robert Koch-Institut macht das Plattenepithelkarzinom rund ein Viertel der Fälle von weißem Hautkrebs aus (Basalzellkrebs: drei Viertel der Fälle). Weißer Hautkrebs wird auch als nicht-melanotischer Hautkrebs bezeichnet, was ihn vom schwarzen Hautkrebs – dem malignen Melanom – abgrenzt. Wenn Ärztinnen und Ärzte das Stachelzellkarzinom früh erkennen, ist es in der Regel gut behandelbar und auch heilbar.

Plattenepithelkarzinom: Häufigkeit und Alter

Das Plattenepithelkarzinom betrifft meist ältere Menschen – Männer etwas häufiger als Frauen. Im Schnitt sind Frauen 74 und Männer 76 Jahre alt, wenn sie an einem weißen Hautkrebs erkranken. Meist entsteht das Plattenepithelkarzinom – wie auch das Basalzellkarzinom – an Hautstellen, die über viele Jahre wiederholt UV-Strahlung ausgesetzt waren, allen voran am Kopf und Hals.

Kurz gefasst
  • Das Plattenepithelkarzinom ist eine Form von weißem Hautkrebs (nicht-melanotischer Hautkrebs).
  • Typisch sind raue, schuppige, verhornte oder krustige Hautstellen, die sich verändern oder nicht abheilen.
  • Die aktinische Keratose ist eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms.
  • Die wichtigste Behandlung ist die Operation.
  • Bei einem früh erkannten Tumor sind die Heilungschancen meist gut.

Was ist ein Plattenepithelkarzinom?

Das Plattenepithelkarzinom gehört in die Gruppe „weißer“ oder „heller Hautkrebs“. Es entsteht meist aus den Keratinozyten, den hornbildenden Zellen der Haut. Im Gegensatz zum Basalzellkarzinom ist beim Plattenepithelkarzinom eine Vorstufe bekannt: die aktinische Keratose.

Ohne Behandlung kann diese Vorstufe in ein Plattenepithelkarzinom übergehen. Dieses breitet sich zwar nur selten im Körper aus, kann aber prinzipiell Metastasen bilden. Die Gefahr für eine Metastasierung ist beim Plattenepithelkarzinom etwas größer als beim Basalzellkarzinom. Daher sind die Früherkennung und eine ausreichende Behandlung auch so wichtig.

Wie erkennt man ein Plattenepithelkarzinom?

Ein Plattenepithelkarzinom zeigt sich oft zunächst als raue, gerötete oder schuppige Hautstelle. Typisch ist, dass sich die betroffene Stelle wie feines Sandpapier anfühlen kann. Im weiteren Verlauf kann daraus eine fest haftende Hornkruste entstehen. Ein Plattenepithelkarzinom kann außerdem knotenartig oder geschwürartig aussehen. Der Rand der Hautveränderung kann leicht nach oben gewölbt sein. In fortgeschrittenen Stadien kann die Stelle bluten und auch Schmerzen verursachen.

Wo tritt ein Plattenepithelkarzinom besonders häufig auf?

Das Plattenepithelkarzinom entsteht vor allem an Hautstellen, die über lange Zeit chronischer UV-Belastung ausgesetzt waren. Dazu gehören insbesondere Areale wie das Gesicht, die Ohren, unbehaarte Kopfhaut, Handrücken oder Unterlippe. Am häufigsten bildet es sich am Kopf und Hals. Diese Regionen sind besonders oft ungeschützt der Sonne ausgesetzt. Gerade bei Menschen, die viel im Freien arbeiten, ist das Risiko erhöht.

Wie entsteht ein Plattenepithelkarzinom?

Krebs kann entstehen, wenn sich das Erbgut einer Zelle – die DNA – verändert. Man sagt, die Zelle mutiert und wird zu einer Krebszelle. Ein Plattenepithelkarzinom geht in den meisten Fällen aus den Keratinozyten (hornbildenden Zellen) hervor. Diese Zellen bilden die Hornsubstanz (Keratin) der Haut. Die Ursache für die Entartung einer Zelle ist oft unklar, aber es sind einige Risikofaktoren bekannt.

Ein Plattenepithelkarzinom kann sich bilden, wenn häufig und wiederholt UV-Strahlung auf die Haut einwirkt. Die UV-Strahlung aus Sonnenlicht oder künstlichen Quellen wie dem Solarium gilt als wichtigster Risikofaktor für das Plattenepithelkarzinom.

Ein erhöhtes Risiko für ein Plattenepithelkarzinom haben außerdem Menschen mit hellem Hauttyp, höherem Alter, geschwächtem Immunsystem oder mit weißem Hautkrebs in der Vorgeschichte. Auch Narben, chronische Wunden und chronisch-entzündliche Hautveränderungen können die Entstehung begünstigen.

Welche Vorstufen gibt es?

Eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms ist die aktinische Keratose. Sie zeigt sich oft als rötliche, schuppige, rau tastbare Hautstelle an Körperregionen, die häufig der Sonne ausgesetzt waren. Aus der aktinischen Keratose kann sich im Lauf der Jahre ein Plattenepithelkarzinom entwickeln. Weitere mögliche Vorstufen sind Morbus Bowen (eine rötliche bis bräunliche Hautverdickung) und Cheilitis actinica, eine Hautveränderung am Lippenrand. 

Wie wird ein Plattenepithelkarzinom diagnostiziert?

Suchen Sie immer zeitnah eine Hautärztin oder einen Hautarzt (Fachgebiet: Dermatologie) auf, wenn Sie eine verdächtige Hautstelle entdecken. Wichtig sind zunächst einige Fragen zu Ihrer Krankengeschichte (Anamnese), zum Beispiel, wann Sie die Hautveränderung erstmals bemerkt haben oder ob und wie sich die Hautstelle in der letzten Zeit verändert hat.

Zunächst nehmen Ärztinnen und Ärzte Ihre Haut gründlich in Augenschein und untersuchen sie anschließend in der Regel mit einem speziellen Instrument, einem Dermatoskop. Dies ist eine Lupe mit einer Lichtquelle. Ärztinnen und Ärzte können verdächtige Hautstellen vergrößern, ausleuchten und so besser beurteilen.

Besteht der Verdacht auf Hautkrebs, entnehmen sie eine Gewebeprobe (Biopsie) mit Hilfe einer feinen Nadel. Dieses Gewebe untersucht eine Pathologin oder ein Pathologe anschließend feingeweblich unter dem Mikroskop. Durch eine Biopsie lässt sich die Diagnose Plattenepithelkarzinom mit hoher Sicherheit stellen – oder eben ausschließen.

Manchmal sind noch weitere Untersuchungen nötig, um die Ausbreitung und das Stadium des Hautkrebses zu bestimmen. Dazu gehören bildgebende Untersuchungen wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT). Von den Untersuchungsergebnissen hängt die Therapie des Plattenpithelkarzinoms ab. 

Wie wird ein Plattenepithelkarzinom behandelt?

Die wichtigste Behandlung bei einem Plattenepithelkarzinom ist die Operation. Ziel ist es, den Tumor im Rahmen der OP vollständig zu entfernen. Meist wird zusätzlich umliegendes Gewebe entfernt, um sicherzustellen, dass anschließend keine Krebszellen mehr vorhanden sind. Man sagt, der Tumor wird „im Gesunden“ entfernt.

Wenn eine Operation nicht möglich oder nicht gewünscht ist, kann auch eine Strahlentherapie infrage kommen. Dabei wird das Erbgut der Krebszellen (die DNA) mit Hilfe sehr energiereicher Strahlung geschädigt. Krebszellen können solche Erbgutschäden nicht so gut reparieren wie gesunde Zellen und sterben ab.

Bei weit fortgeschrittenem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom können zusätzlich systemische Therapien notwendig werden. „Systemisch“ bedeutet, dass eine Behandlung im gesamten Körper wirkt. Dabei spielt vor allem die Immuntherapie mit sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren eine wichtige Rolle. Das sind Medikamente, die sich nicht gegen die Krebszellen selbst richten, sondern das Immunsystem dazu anregen, die Krebszellen wieder zu erkennen und zu beseitigen. 

Auch zielgerichtete Medikamente wie EGFR‐Inhibitoren können zum Einsatz kommen. Diese Medikamente unterbinden bestimmte Signalwege in den Tumorzellen und bremsen so ihre Teilung und Vermehrung. Darüber hinaus kann auch eine Chemotherapie bei einem fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom in Frage kommen.

Im Gegensatz zum Basalzellkarzinom sind beim Plattenepithelkarzinom lokale Behandlungen mit Cremes, Licht oder Kälte nicht empfohlen.

Das Wichtigste zur Behandlung
  • Je früher der Tumor erkannt wird, desto besser und schonender lässt er sich meist behandeln.
  • Die Operation ist die wichtigste Therapie beim Plattenepithelkarzinom.
  • Manchmal kommen eine Strahlentherapie und bei fortgeschrittener Erkrankung und medikamentöse Therapien zum Einsatz.

Wie gut sind die Heilungschancen?

Das Plattenepithelkarzinom gehört zu den Hautkrebserkrankungen mit guten Heilungschancen. Entscheidend ist, dass der bösartige Tumor der Haut früh erkannt und behandelt wird. Dennoch sind Rückfälle möglich. Diese können an der ursprünglich behandelten Stelle, aber auch in einem anderen Hautbereich auftreten.

Was können Sie selbst tun? 

Wichtig sind ein konsequenter UV-Schutz, wenn Sie in die Sonne gehen, sowie ein wacher Blick für neue oder veränderte Hautstellen. Einige Tipps: Meiden Sie intensive UV-Strahlung (besonders in der Mittagszeit), gehen Sie lieber in den Schatten, schützen Sie Ihre die Haut durch Kleidung und verzichten Sie auf Besuche im Solarium.

Gesetzlich Versicherte in Deutschland können außerdem derzeit (Stand: Juni 2026) ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein kostenfreies Hautkrebs-Screening in Anspruch nehmen. Ziel ist es, weißen und schwarzen Hautkrebs möglichst früh zu erkennen. Allerdings steht das Hautkrebs-Screening auf dem Prüfstand und soll bis Ende 2027 neu geregelt werden. Dann könnte es nur noch für spezielle Risikogruppen zugänglich sein.

Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Informationen verständlich zu vermitteln. Die Informationen können jedoch eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.