Ursachen und Risikofaktoren von Hautkrebs

Redaktion Derma Mia

© iStock / Larisa Stefanuyk

Die Ursachen von Hautkrebs sind noch nicht genau bekannt, wohl aber einige Risikofaktoren, allen voran die UV-Strahlung, auch aus künstlichen Quellen wie den Solarien. Daneben spielen individuelle Risikofaktoren wie das Alter, der Hauttyp oder viele Muttermale mit. 

Die Ursachen von Hautkrebs sind zwar noch nicht vollständig aufgeklärt, aber Ärztinnen und Ärzte kennen einige Risikofaktoren für diese Krebsart. Manche dieser Faktoren gelten für alle Arten von Hautkrebs. Dazu gehört die UV-Strahlung aus der natürlichen Sonne und künstlichen UV-Quellen wie den Solarien.

Manche Risikofaktoren beziehen sich speziell auf schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), andere auf weißen (hellen oder nicht-melanotischen) Hautkrebs. Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel das Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom und dessen Vorstufe, die Aktinische Keratose. Bekannt sind zudem persönliche Risikofaktoren wie das Alter oder ein heller Hauttyp

Vermutlich gibt es für Hautkrebs aber nicht „den einen“ Auslöser, sondern es müssen mehrere Faktoren zusammenwirken, damit ein bösartiger Tumor entsteht.

Was sind die Ursachen von Hautkrebs?

Eine Krebserkrankung wie Hautkrebs beginnt damit, dass sich das Erbgut einer Zelle – die DNA – verändert und diese Zelle zu einer Krebszelle wird. Man sagt, die Zelle entartet oder mutiert. Warum sie dies tut, bleibt oft im Dunkeln.

Bekannt ist, dass UV-Strahlung die Zellen schädigen kann. Daneben gibt es individuelle Risikofaktoren, die das Hautkrebsrisiko beeinflussen. Dazu zählen vor allem ein heller Hauttyp (genetisch festgelegt), viele Pigmentmale, große angeborene oder atypische Muttermale, ein höheres Alter und eine familiäre Belastung. Auch ein geschwächtes Immunsystem kann das Risiko erhöhen. Diese Faktoren bedeuten aber nicht automatisch, dass Hautkrebs entstehen muss. Sie liefern nur Anhaltspunkte dafür, bei wem die Haut empfindlicher auf UV-Schäden reagiert oder bei wem besondere Vorsicht sinnvoll ist. 

Krebszellen besitzen im Unterschied zu vielen gesunden Zellen die Fähigkeit, sich ungebremst teilen und vermehren zu können. Sie sind außerdem in der Lage, in gesundes Gewebe hineinzuwachsen und es zu zerstören. Auch können sich Krebszellen über das Blut- und Lymphsystem im gesamten Körper auszubreiten. Sie können weiter entfernte Gewebe und Organe erreichen und dort Metastasen bilden.

Beim schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) bilden sich oft Metastasen in der Leber, Lunge, in den Knochen und im Gehirn. Dagegen streut weißer Hautkrebs nur selten – das Basalzellkarzinom fast nie, das Plattenplattenepithelkarzinom etwas häufiger, aber ebenfalls selten.

UV-Strahlung: Der wichtigste Risikofaktor für alle Hautkrebsarten

Der wichtigste Risikofaktor für fast alle Hautkrebsarten ist die UV-Strahlung – sowohl durch natürliche Sonne als auch durch künstliche UV-Quellen wie Solarien. Durch die Nutzung von Solarien, besonders in jungen Jahren, erhöht sich vor allem das Risiko für schwarzen Hautkrebs. In Deutschland sind Solarienbesuche daher für Personen unter 18 Jahren gesetzlich verboten.

Sonnenbrände sind ein deutliches Warnsignal dafür, dass die Haut geschädigt wurde. Häufige Sonnenbrände in Kindheit und Jugend gelten als wichtiger Risikofaktor für schwarzen Hautkrebs. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist das Risiko für ein Melanom um  das Zwei- bis Dreifache erhöht.

Für das Hautkrebsrisiko zählt aber nicht nur eine einmalige starke Belastung. Auch langjährige, wiederholte UV-Exposition erhöht das Risiko. Das gilt besonders für weißen Hautkrebs, bei dem die chronische Sonnenbelastung eine große Rolle spielt.

UV-Strahlen können das Erbgut der Hautzellen schädigen. Solche Schäden entstehen nicht nur bei einem sichtbaren Sonnenbrand, sondern auch durch wiederholte oder langjährige UV-Belastung. Zwar verfügen die Zellen über ausgefeilte Reparaturmechanismen, doch bei intensiver oder dauerhafter Belastung funktionieren diese Mechanismen nicht mehr ausreichend.  Eine entartete Zelle kann sich dann ungebremst teilen und vermehren.

Risikofaktoren für schwarzen Hautkrebs

Beim schwarzen Hautkrebs (Melanom) spielt die UV-Strahlung eine große Rolle. Besonders wichtig sind dabei plötzliche, intensive UV-Belastungen und Sonnenbrände, vor allem in jungen Jahren.

Zusätzlich steigt das Risiko für ein Melanom bei Menschen mit vielen Pigmentmalen, großen angeborenen Muttermalen oder atypischen Muttermalen. Jedes dritte maligne Melanom entsteht aus einem bestehenden Leberfleck oder Muttermal, berichtet die Deutsche Krebsgesellschaft. Je mehr Muttermale oder Leberflecke ein Mensch besitzt, desto größer das Risiko für schwarzen Hautkrebs. 

Besonders Personen, die 40 oder mehr solcher Male haben, sollten regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen und einen Haut-Check wahrnehmen. Ab dem 35. Lebensjahr haben gesetzlich Versicherte derzeit noch (Stand Juni 2026) alle zwei Jahre die Möglichkeit, ein Hautkrebs-Screening wahrzunehmen. Die Kosten tragen die gesetzlichen Krankenkassen. 

Hautkrebs-Screening: Aktuelles

  • Das Hautkrebs-Screening in seiner jetzigen Form steht auf dem Prüfstand.
  • Bis Ende 2027 soll es neu geregelt werden.
  • Womöglich steht es dann nur noch bestimmten Risikogruppen offen.

Ein heller Hauttyp steigert das Risiko für schwarzen Hautkrebs ebenfalls. Der persönliche Hauttyp beeinflusst, wie empfindlich die Haut auf UV-Strahlung reagiert. Helle Hauttypen sind meist empfindlicher, bräunen wenig und bekommen schneller einen Sonnenbrand. Allerdings kann auch dunklere Haut durch zu viel UV-Strahlung geschädigt werden und benötigt deshalb einen guten Schutz.

Risikofaktoren für weißen Hautkrebs

Zum weißen Hautkrebs gehören vor allem das Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom sowie seine Vorstufe, die aktinische Keratose. Für weißen Hautkrebs sind mehrere Risikofaktoren bekannt. Im Vordergrund steht vor allem die langjährige, wiederholte UV-Belastung. Betroffen sind häufig Hautstellen, die über Jahre viel Sonne abbekommen haben, die sogenannten „Sonnenterrassen“ wie das Gesicht oder der Hals.

Die wichtigsten Risikofaktoren im Überblick:

  • Chronische UV-Belastung, Sonnenbrände – besonders in der Kindheit
  • Berufliche Sonnenexposition – in manchen Fällen sind Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinome auch als Berufskrankheit anerkannt (Bauarbeiter, Landwirte, Gärtner oder Dachdecker)
  • Alter
  • Heller Hauttyp 1 und 2 (nach Fitzpatrick)
  • Geschlecht – Männer sind häufiger betroffen
  • Frühere Hautkrebserkrankung
  • Chemische Karzinogene wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder Arsen
  • Exposition gegenüber ionisierender Strahlung
  • Geschwächtes Immunsystem und langjährige Immunsuppression, zum Beispiel nach einer Organtransplantation
  • Genetische Syndrome, z.B. Xeroderma pigmentosum („Mondscheinkrankheit“) – dabei funktioniert die DNA-Reparatur von UV-Schäden nicht.
  • Narben und chronische Geschwüre – vor allem an Stellen, die nicht der Sonne ausgesetzt sind
  • Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) – wird diskutiert für aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinome
FAQ: Ursachen und Risikofaktoren von Hautkrebs

Ja, indem Sie die Risikofaktoren möglichst gut ausschalten. Das Hautkrebsrisiko lässt sich senken, wenn Sie auf einen konsequenten Sonnenschutz achten, Sonnenbrände vermeiden und auf Solarien verzichten. Das sind zentrale Maßnahmen, um Hautkrebs vorzubeugen.

Die häufigste Ursache von Hautkrebs ist die UV-Strahlung. Dazu zählen sowohl die natürliche UV-Strahlung der Sonne als auch künstliche UV-Strahlung in Solarien.

Ja. Ein heller Hauttyp ist UV-empfindlicher und das Risiko für UV-bedingte Hautschäden und Hautkrebs ist erhöht. Besonders wichtig ist ein guter UV-Schutz im Alltag, in der Freizeit und im Beruf.

Ja, vor allem häufige Sonnenbrände in Kindheit und Jugend erhöhen das Risiko für schwarzen Hautkrebs. Sie stehen aber auch mit weißem Hautkrebs in Zusammenhang.

Die künstliche UV-Strahlung in Solarien erhöht das Risiko für Hautkrebs ebenfalls, besonders für das Melanom.

Nein. Zwar sind Menschen mit hellen Hauttypen stärker gefährdet, Hautkrebs zu bekommen, aber auch dunklere Haut kann durch UV-Strahlung geschädigt werden und Hautkrebs entwickeln.

Wichtige Risikofaktoren für ein Melanom sind starke UV-Belastungen, Sonnenbrände, viele Pigmentmale, atypische Muttermale und eine familiäre Vorbelastung.

Vor allem langjährige chronische UV-Belastung, höheres Alter, Vorstufen wie die aktinische Keratose oder ein geschwächtes Immunsystem.

  1.  S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Stand: Juni 2020, https://hub.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinie/melanom (Abruf: 14.5.2026)
  2. S2k-Leitlinie Basalzellkarzinom der Haut, Stand: 2023, https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-021l_S2k_Basalzellkarzinom-der-Haut_2024-07.pdf (Abruf: 14.5.2026)
  3. S3-Leitlinie aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinom der Haut, Stand: Dezember 2022, https://hub.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinie/aktinische-keratosen-und-plattenepithelkarzinom-der-haut/ (Abruf: 14.5.2026)
  4. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/was-erhoeht-das-risiko-fuer-schwarzen-hautkrebs.html und https://www.gesundheitsinformation.de/was-erhoeht-das-risiko-fuer-weissen-hautkrebs.html (Abruf: 15.5.2026)
  5. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), https://www.krebsinformationsdienst.de/hautkrebs/vorbeugung (Abruf: 15.5.2026)
  6. Onko-Internetportal, https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/basis-infos-fuer-patienten.html (Abruf: 15.5.2026)
  7. Skin Cancer Foundation, https://www.skincancer.org/de/skin-cancer-information/squamous-cell-carcinoma/scc-causes-and-risk-factors/ (Abruf: 15.5.2026)
  8. Deutsche Krebshilfe, https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/hautkrebs/#c26858 (Abruf: 15.5.2026)

Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Informationen verständlich zu vermitteln. Die Informationen können jedoch eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.