ABCDE-Regel

Redaktion Derma Mia

© iStock / Malikov Aleksandr

Ein malignes Melanom lässt sich oft nur schwer von einem harmlosen Muttermal unterscheiden. Die ABCDE-Regel liefert erste Hinweise, ob es sich um einen ungefährlichen Leberfleck oder schwarzen Hautkrebs handeln könnte.  

Die ABCDE-Regel kann dabei mithelfen, Hautveränderungen wie Pigmentmale und Muttermale selbst zu beobachten und einzuordnen. Sie dient als einfache Orientierung, um Veränderungen zu erkennen, die auf schwarzen Hautkrebs (Melanom) hindeuten können. Dabei steht jeder Buchstabe für ein Merkmal, das auffällig sein kann.

Tipps!

  • Für die Selbstuntersuchung der Haut nach der ABCDE-Regel stellen Sie sich am besten bei Tageslicht nackt vor einen Spiegel.
  • Für schwer einsehbare Stellen wie den Rücken können Sie auch eine vertraute Person um Unterstützung beim Haut-Check bitten.

Wichtig ist: Die ABCDE-Regel ersetzt keine ärztliche Diagnose. Sie unterstützt Sie aber dabei, verdächtige Hautveränderungen grob einzustufen. Dann können Sie diese rechtzeitig bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt abklären lassen.

Was ist die ABCDE-Regel?

Die ABCDE-Regel bietet eine Art Checkliste, mit der Sie Hautveränderungen besser einschätzen können.

Die Buchstaben ABCDE stehen für:

  • A = Asymmetrie
  • B = Begrenzung
  • C = Colour / Farbe
  • D = Durchmesser
  • E = Erhabenheit

 

Entscheidend ist nicht nur ein einzelnes Merkmal, sondern auch die Frage, ob sich ein Pigmentmal neu gebildet oder sichtbar verändert hat und anders aussieht als vorher.

A wie Asymmetrie

Ein Pigmentmal ist auffällig, wenn es nicht gleichmäßig rund oder oval geformt ist. Harmlose Muttermale sehen oft regelmäßig aus. Eine asymmetrische Form kann daher ein Warnzeichen sein.

Asymmetrie allein bedeutet noch nicht automatisch Hautkrebs. Verdächtiger wird eine Hautstelle dann, wenn weitere Auffälligkeiten hinzukommen.

B wie Begrenzung

Ein unauffälliges Pigmentmal ist meist klar und regelmäßig begrenzt. Verdächtig sind dagegen Flecken mit unscharfem, verwaschenem oder ausgefranstem Rand.

Gerade unregelmäßige Begrenzungen gehören zu den typischen Merkmalen, auf die bei der Früherkennung von Melanomen geachtet wird.

C wie Colour/Farbe

Ein Pigmentmal sollte möglichst gleichmäßig gefärbt sein. Auffällig ist es, wenn mehrere Farbtöne vorkommen, zum Beispiel hellbraun, dunkelbraun, schwarz, rötlich, bläulich oder gräulich.

Auch Flecken, die deutlich heller oder dunkler sind als andere Pigmentmale, sollten Sie beobachten. Gerade beim Melanom ist die Farbe eines Muttermals oft nicht einheitlich.

D wie Durchmesser

Auch die Größe eines Pigmentmals kann ein Hinweis auf ein Melanom sein. Verdächtig sind Hautmale, die auffällig groß sind, wachsen oder sich sichtbar verändern.

Wichtiger als eine starre Millimetergrenze ist in der Praxis oft die Frage, ob ein Muttermal größer wird oder sich deutlich von seinem früheren Aussehen unterscheidet.

E wie Erhabenheit

Das E steht für Erhabenheit. Auffällig kann ein Pigmentmal sein, wenn es sich über das Hautniveau erhebt oder sich tastbar verändert.

Auch hier gilt: Entscheidend ist, ob eine Hautstelle neu erhaben wirkt, wächst oder plötzlich anders erscheint als zuvor.

Wo die ABCDE-Regel hilft – und wo ihre Grenzen liegen 

Die ABCDE-Regel ist eine hilfreiche Orientierung für die Selbstbeobachtung der Haut. Sie unterstützt Sie dabei, Pigmentmale nicht nur nach Gefühl, sondern anhand klarer Merkmale einzuschätzen.

Trotzdem lässt sich anhand der ABCDE-Regel nicht jedes Melanom zuverlässig erkennen. Nicht jeder bösartige Hauttumor erfüllt alle fünf Kriterien und nicht bei jedem auffälligen Muttermal handelt es sich tatsächlich um schwarzen Hautkrebs. Die Regel lässt sich daher als eine Art „Frühwarnsystem“ betrachten, sie ist aber kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung.

Wann sollte man mit einem Pigmentmal zum Arzt oder zur Ärztin?

Ein Pigmentmal sollten Sie bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt (Fachgebiet: Dermatologie) abklären lassen, wenn es:

  • neu entsteht
  • sich sichtbar verändert
  • ungleichmäßig geformt ist
  • unscharf begrenzt wirkt
  • mehrfarbig ist
  • wächst
  • juckt, blutet, nässt oder verkrustet ist

Auch einzelne deutliche Auffälligkeiten können schon ein guter Grund für eine Untersuchung sein.

ABCDE-Regel und Ugly-Duckling-Prinzip

Ergänzend zur ABCDE-Regel können Sie das sogenannte Ugly-Duckling-Prinzip („hässliches Entlein“) anwenden. Gemeint ist damit ein Pigmentmal, das deutlich anders aussieht als alle anderen.

Das ist wichtig, weil nicht jedes Melanom alle ABCDE-Kriterien erfüllen muss. Manchmal ist eine Hautstelle allein deshalb verdächtig, weil sie optisch aus dem Gesamtbild der übrigen Muttermale heraussticht.

FAQ zur ABCDE-Regel

Die ABCDE-Regel ist ein hilfreiches Instrument zur Beurteilung von Pigmentmalen. A steht für Asymmetrie, B für Begrenzung, C für Colour/Farbe, D für Durchmesser und E für Erhabenheit.

Die Regel wird vor allem genutzt, um Pigmentmale und Muttermale zu beobachten und auffällige Veränderungen zu erkennen, die auf schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) hinweisen können.

Verdächtig ist ein Pigmentmal, wenn es ungleichmäßig geformt, unscharf begrenzt, mehrfarbig, auffällig groß oder neu erhaben ist. Auch sichtbare Veränderungen, Wachstum, Juckreiz oder Blutungen eines Pigmentmales sollten Sie ärztlich untersuchen lassen.

Nein. Die ABCDE-Regel ist eine Orientierungshilfe für die Selbstbeobachtung. Ob tatsächlich Hautkrebs vorliegt, kann können nur Ärztinnen und Ärzte feststellen.

Das Ugly-Duckling-Prinzip bedeutet, dass ein Pigmentmal verdächtig sein kann, wenn es deutlich anders aussieht als die übrigen Hautmale.

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