Therapien bei weißem Hautkrebs

Redaktion Derma Mia

© iStock / Tatiana Dyuvbanova

Bei weißem Hautkrebs gibt es verschiedenen Behandlungen. Besonders wichtig ist die Operation. Welche Therapien außerdem zum Einsatz kommen, hängt von der Hautkrebsart, aber auch dem Stadium der Erkrankung ab.

Für weißen Hautkrebs gibt es eine Vielzahl an sehr unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten. Eine Gemeinsamkeit gibt es jedoch: Die wichtigste Therapie ist die Operation, unabhängig von der Hautkrebsart. Ob und welche Behandlungen darüber hinaus in Frage kommen, hängt vor allem davon ab, ob es sich um eine Aktinische Keratose (eine Vorstufe), ein Basalzellkarzinom oder ein Plattenepithelkarzinom handelt.

Wichtig ist auch:

  • wie groß der Tumor ist,
  • an welche Stelle er sich gebildet hat,
  • wie tief er ins Gewebe eingewachsen ist,
  • wie hoch das Rückfallrisiko ist,
  • ob er schon weiter fortgeschritten oder metastasiert ist (eher beim Plattenepithel- als bei Basalzellkarzinom)


Daher wird (besonders beim Plattenepithelkarzinom) auch die Ausbreitung des Tumors bestimmt. Anhand der TNM-Klassifikation lässt sich das Stadium näher bestimmen.

TNM einfach erklärt:

Die Abkürzung TNM bedeutet Folgendes:

  • T: Die Größe und Ausbreitung des Tumors vor Ort
  • N: Sind Krebszellen in den benachbarten Lymphknoten (N = engl. node) nachweisbar?
  • M: Gibt es Metastasen in weiter entfernten Organen (Fernmetastasen)?

Auch Ihre Wünsche, Präferenzen, Überzeugungen und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand spielen bei der Therapiewahl mit. Manche Menschen bringen noch weitere Grunderkrankungen mit oder haben ein höheres Lebensalter. Dies beeinflusst die Therapiewahl ebenfalls.

Besprechen Sie alle Behandlungsoptionen ausführlich mit Ihrem Behandlungsteam – dann treffen Sie gemeinsam eine Entscheidung, am besten nach dem Prinzip der Shared Decision Making (SDM). Bei dieser Kommunikationsstrategie der partizipativen Entscheidungsfindung begegnen sich alle Gesprächspartner und -partnerinnen auf Augenhöhe und entscheiden dann zusammen.

Welche Behandlung kommt bei weißem Hautkrebs in Frage?

Bei weißem Hautkrebs sind verschiedene Therapien möglich. Bei einem lokal begrenzten weißen Hautkrebs genügt oft eine örtliche (lokale) Behandlung. Ist der Tumor fortgeschritten, können auch Medikamente nötig werden, die im ganzen Körper (systemisch) wirken. Sie bekämpfen Krebszellen im gesamten Organismus.

Unabhängig von der Hautkrebsart spielt die Operation die Hauptrolle. Für das Basalzellkarzinom gibt es weitere lokale Behandlungen, um den Krebs zu entfernen. Beim Plattenepithelkarzinom sind diese lokalen Therapien weniger geeignet. Daher ist die vollständige operative Entfernung des Tumors hier meist noch wichtiger. Für die Aktinische Keratose ist eine breite Palette an lokalen Therapien bekannt – von Laserbehandlung bis Kryochirurgie.

Operation: Die wichtigste Behandlung

Die Operation ist die wichtigste Behandlung bei weißem Hautkrebs. Das gilt sowohl für das Basalzellkarzinom als auch für das Plattenepithelkarzinom. Ziel ist es, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen. Wird weißer Hautkrebs früh diagnostiziert und behandelt, sind die Heilungschancen in der Regel gut. 

Strahlentherapie bei weißem Hautkrebs

Die Strahlentherapie ist eine lokale Therapie, die bei vielen Krebsarten eingesetzt wird, auch bei Hautkrebs in bestimmten Situationen. Manchmal ist eine Operation nicht möglich oder nicht gewünscht oder der Tumor lässt sich durch eine OP nicht vollständig entfernen. Auch manche Grunderkrankungen können gegen eine Operation sprechen. Dann kann eine Strahlentherapie eine Behandlungsmöglichkeit sein. Das gilt sowohl für Basalzellkarzinome als auch für Plattenepithelkarzinome.

Bei einer Strahlentherapie von außen über die Haut (perkutane Bestrahlung oder Radiotherapie) lenken Radiologinnen und Radiologen hochenergetische Strahlen gegen das Krebsgewebe. Diese schädigen das Erbgut der Tumorzellen. Weil diese über weniger gute Reparaturmechanismen verfügen, sterben sie ab. Eine Strahlentherapie wird meist täglich (Wochentage) über mehrere Wochen ambulant durchgeführt.

Behandlungen beim Basalzellkarzinom

Die Operation ist beim Basalzellkarzinom die wichtigste Behandlung. Es gibt aber in manchen Fällen auch Argumente, die gegen einen chirurgischen Eingriff sprechen, sogenannte Kontraindikationen. So wünschen manche Betroffene zum Beispiel keine OP oder sie ist aufgrund des allgemeinen Gesundheitszustandes (weitere Grunderkrankungen) oder des Alters nicht möglich.

Bei kleineren oder oberflächlichen Basalzellkarzinomen können lokale (topische) Behandlungen helfen.

Einige Beispiele:

  • Imiquimod: Das ist ein Wirkstoff, der in Form einer Salbe zum Einsatz kommt. Imiquimod ist ein sogenannter Immunmodulator. Er regt das Immunsystem dazu an, Krebszellen selbst zu bekämpfen und abzutöten. Die Creme können Sie selbst zuhause anwenden, meist einmal täglich an fünf Tagen pro Woche, insgesamt über sechs Wochen.
  • 5-Fluorouracil (5-FU): Dieser Wirkstoff gehört zur Gruppe der Zytostatika. Dabei handelt es sich um Zellgifte, die Krebszellen angreifen und abtöten. 5-Fluorouracil wird als Creme lokal auf die Haut aufgetragen, meist zweimal täglich für die Dauer von vier Wochen.
  • Photodynamische Therapie: Dabei wird eine Creme mit einem lichtempfindlichen Wirkstoff auf die betroffene Hautpartie aufgetragen. Mögliche Wirkstoffe sind zum Beispiel 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) oder Methylaminolävulinat (MAL). Im Tumorgewebe wird der Wirkstoff in eine Substanz umgewandelt, die Licht absorbiert. Es handelt sich um einen sogenannten Photosensibilisator, in diesem Fall Protoporphyrin IX. Anschließend wird die Haut mit Rotlicht bestrahlt und der Wirkstoff wird aktiviert. Dadurch sterben die Krebszellen ab.
  • Kryochirurgie: Diese Behandlung funktioniert mit extremer Kälte. Ärztinnen und Ärzte vereisen das Krebsgewebe mit flüssigem Stickstoff bei -196 Grad Celsius – die Tumorzellen sterben ab.
  • Lasertherapie: Das Krebsgewebe wird bei einer ablativen Lasertherapie schichtweise abgetragen (ablativ = abtragend oder zerstörend), zum Beispiel mit einem CO2-Laser oder Erbium-YAG-Laser (Er:YAG-Laser). Die ablative Laserbehandlung lässt sich auch mit einer photodynamischen Therapie kombinieren, um deren Wirksamkeit zu erhöhen. Daneben gibt es Farbstofflaser, zum Beispiel den Neodym-dotierten Yttrium-Aluminium-Granat-Laser (Neodym-YAG-Laser oder Nd:YAG). Hier wird das Krebsgewebe nicht abgetragen (daher auch nicht-ablativ), sondern es werden gezielt Blutgerinnsel (Thrombosen) in den zuführenden Gefäßen ausgelöst, ohne die Haut zu schädigen. Dadurch stirbt das Gewebe ab, welches diese Blutgefäße normalerweise versorgen.

 

Ist ein Basalzellkarzinom weiter fortgeschritten, metastasiert oder lässt es sich nicht operieren, sind weitere lokale Behandlungen sowie Medikamente eine Möglichkeit, die im gesamten Körper (systemisch) wirken. In diesen Fällen überlegt ein interdisziplinäres Tumorboard individuell die bestmögliche Therapie. Ein Tumorboard setzt sich aus Expertinnen und Experten verschiedener medizinischer Fachrichtungen zusammen.

Mögliche systemische/lokale Behandlungen sind:

  • Hedgehog-Hemmer: Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Hedgehog-Inhibitoren sollen verhindern, dass Wachstumssignale übertragen werden, die die Teilung und Vermehrung von Krebszellen anregen können.
  • Immuntherapie: Zum Einsatz können Medikamente aus der Gruppe der Immun-Checkpoint-Inhibitoren kommen. Diese Medikamente zielen nicht auf die Krebszellen ab, sondern sollen das Immunsystem dazu bringen, selbst gegen die Krebszellen vorzugehen. Das Abwehrsystem soll die Krebszellen wieder erkennen, angreifen und beseitigen.
  • Elektrochemotherapie: Sie eignet sich, wenn eine Strahlentherapie und/oder systemische Therapie keinen ausreichenden Erfolg gebracht hat oder sie nicht möglich sind. Die Elektrochemotherapie kombiniert eine Chemotherapie (meist mit dem Wirkstoff Bleomycin oder Cisplatin) mit kurzen elektrischen Impulsen durch spezielle Nadelelektroden. Die Impulse sollen die Poren in der Membran von Krebszellen öffnen und für das Zytostatikum durchlässiger gemacht werden. So kann das Zellgift ins Zellinnere gelangen. Dadurch sollen die Krebszellen absterben.

Behandlungen beim Plattenepithelkarzinom

Beim Plattenepithelkarzinom ist die vollständige operative Entfernung die Standardtherapie. Im Gegensatz zum Basalzellkarzinom spielen beim Plattenepithelkarzinom lokale Behandlungen wie örtlich aufgetragene Wirkstoffcremes oder die photodynamische Therapie eher eine untergeordnete Rolle.

Wenn eine Operation nicht möglich ist oder sich der Tumor nicht vollständig entfernen ließ, ist eine Strahlentherapie eine Therapieoption. Die Immuntherapie mit Immun-Checkpoint-Hemmern kann eine Möglichkeit sein,  wenn das Plattenepithelkarzinom weiter fortgeschritten oder metastasiert ist.

Wächst der Tumor trotz Immuntherapie weiter oder sind diese Medikamente nicht einsetzbar, kommt eine Therapie mit sogenannten EGFR-Hemmern oder einer Chemotherapie in Frage. EGFR-Hemmer sind zielgerichtete Krebsmedikamente, die den Epidermal-Growth-Factor-Rezeptor (EGFR) auf den Zellen blockieren und so das Tumorwachstum hemmen. Bei einer Chemotherapie werden Medikamente meist über eine Infusion verabreicht. Die Zellgifte hemmen die Vermehrung von Tumorzellen oder töten sie ab. Es gibt verschiedene Zytostatika, die sich auch miteinander kombinieren lassen.

Bei einem fortgeschrittenen oder metastasierten Plattenepithelkarzinom ist eine palliative Versorgung wichtig, um die Symptome zu lindern, die Lebenszeit zu verlängern und die Lebensqualität und das Wohlbefinden zu verbessern oder aufrechtzuerhalten. Dazu gehören zum Beispiel eine ausreichende Schmerztherapie oder die Behandlung von Infektionen, zum Beispiel durch Bakterien und andere Krankheitserreger.

Behandlungen bei Aktinischer Keratose

Eine Aktinische Keratose kann ohne Therapie voranschreiten und in einem Plattenepithelkarzinom münden (Progression). Selten bildet sich die Krebsvorstufe spontan wieder zurück (Regression). Diese Wahrscheinlichkeit näher zu beziffern, dass sich die Zellen in die eine oder andere Richtung entwickeln, diskutieren Forschende seit vielen Jahren. Beobachtungen zeigen jedoch, dass rund 60 Prozent der invasiven Plattenepithelkarzinome ihren Ursprung in einer aktinischen Keratose haben. Das heißt, die Vorstufe entwickelt sich weiter zu dieser Form von Hautkrebs.

Für die Vorstufen des Plattenepithelkarzinoms existiert eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten. Die Wahl der geeigneten Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Rolle spielen zum Beispiel das Alter, Begleiterkrankungen, die Immunsuppression (z.B. nach Organtransplantation) sowie Ihr persönliches Wünschen und Präferenzen. Auch die Anzahl der Vorstufen sowie ihre Größe, Lokalisation und Beschaffenheit beeinflussen die Therapiewahl.

Einige Beispiele für mögliche Therapien bei aktinischer Keratose, die sich auch miteinander kombinieren lassen:

Kyrochirurgie

Das Gewebe wird lokal vereist und zerstört. Im Gewebe werden Temperaturen von weit unter -25°C erreicht. Die Behandlung funktioniert entweder mit Hilfe eines Sprays, mit einem Kryostempel oder mit einer speziellen Kryosonde. Die Kältequelle der Wahl ist flüssiger Stickstoff (-196°C). Der Vorteil der Kryochirurgie ist, dass sie relativ einfach und schnell anwendbar ist und sich sogar ohne örtliche Betäubung durchführen lässt.

Chirurgische Verfahren

Einzelne Aktinische Keratosen lassen sich im Rahmen einer OP entfernen, zum Beispiel mittels Kürettage (die Kürette ist ein scharfes löffelähnliches Instrument), Abtragung oder durch vollständiges Herausschneiden.

Laserverfahren (ablativ und nicht-ablativ)

Die Laserablation ist zur Behandlung von oberflächlichen Aktinischen Keratosen eine schonendere Alternative zur chirurgischen Behandlung. Zum Einsatz kommen zum Beispiel Erbium:YAG-Laser und CO2-Laser. Auch nicht-ablative Laserbehandlungen mit einem Farbstofflaser (z.B. Neodym-YAG-Laser) sind eine Behandlungsmöglichkeit bei einzelnen oder mehreren Aktinischen Keratosen.

Photodynamische Therapie (PDT)

Es gibt verschiedene Varianten der PDT, zum Beispiel mit Methylaminolävulinat (MAL) oder 5-Aminolävulinat (5-ALA) in Kombination mit Rotlicht. Die Creme mit dem Wirkstoff wirkt drei Stunden unter einem lichtdichten Verband ein und wird dann mit rotem Licht bestrahlt. ALA gibt es auch als selbstklebendes Pflaster für einzelne mild oder moderat ausgeprägte aktinische Keratosen.

Ein relativ neuer Ansatz ist die PDT mit Tageslicht. Zu Beginn wird ein chemischer Lichtschutzfilter aufgetragen und ALA oder MAL dünn auf betroffene Hautstellen aufgetragen. Dann setzen Sie sich bei geeigneten Wetterbedingungen (März bis Oktober, Außentemperatur >10°C, wolkenlos bis bedeckter Himmel, kein Regen) für rund zwei Stunden dem Tageslicht aus.

Chemoexfoliation

Dabei kommen chemische Peelings (z.B. mit Trichloressigsäure) zum Einsatz, die Hautschichten bis zu einer bestimmten Tiefe abtragen. Die Chemoexfoliation durch Peelings lässt sich zum Beispiel bei einzelnen oder mehreren aktinischen Keratosen anwenden.

Kaliumhydroxid-Lösung (5%)

Für die Behandlung der aktinischen Keratose ist ein apothekenpflichtiges Medizinprodukt in Form einer fünfprozentigen Kaliumhydroxid-Lösung erhältlich. Ärztinnen und Ärzte können mit der Lösung einzelne oder multiple aktinische Keratosen behandeln.

Dermabrasio

Dabei werden die obersten Hautschichten mechanisch mit Instrumenten abgetragen, die einer Fräse ähneln. Die Dermabrasio  ist ein etwas älteres Verfahren. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Methode hängen von der individuellen Erfahrung des Behandlers oder der Behandlerin ab.

Topische arzneimittelgestützte Verfahren

Darüber hinaus gibt es  einige topische arzneimittelgestützte Verfahren, bei denen ein Wirkstoff örtlich auf die Haut (topisch) aufgebracht wird.

Einige Beispiele:

  • Diclofenac-Natrium 3% Gel: Diclofenac ist ein Wirkstoff, der zur Gruppe der Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) gehört und als schmerzlinderndes, entzündungshemmendes und fiebersenkendes Mittel bekannt ist. Diclofenac ist als dreiprozentiges Gel zur Behandlung der aktinischen Keratose bei Erwachsenen zugelassen. Die Antikrebseffekte beruhen hauptsächlich auf der Hemmung eines Enzyms namens Cyclooxygenase-2. Das Gel wird zweimal täglich morgens und abends über maximal zwölf Wochen (90 Tage) auf die Haut aufgetragen. Die Behandlung eignet sich für einzelne und mehrere aktinische Keratosen.
  • 5-Fluorouracil-Creme: 5-FU ist ein Zytostatikum, also ein Zellgift, das Krebszellen zum Absterben bringen soll. In Deutschland ist 5-FU als fünfprozentige Creme zur Behandlung der aktinischen Keratose für eine begrenzte Fläche zugelassen (maximal 500 cm²). Die Creme wird zweimal täglich über maximal vier Wochen auf die Haut aufgetragen. Zudem ist eine vierprozentige Formulierung ohne eine Flächenbegrenzung erhältlich. Die Creme wird nur einmal täglich aufgetragen. Die Anwendungsdauer beträgt im Normalfall vier Wochen, richtet sich aber nach der Verträglichkeit. Daneben gibt es eine 5-Fluorouracil 0,5%-Creme – für diese Dosierung besteht in Deutschland allerdings keine Zulassung.
  • 5-Fluorouracil-Creme mit Salicylsäure: In Deutschland ist eine Lösung zugelassen, die eine Kombination aus niedrigdosiertem 5-FU (0,5 Prozent) und Salicylsäure (10 Prozent) enthält. Sie eignet sich für die Behandlung der aktinischen Keratose mit einer Flächenbegrenzung von 25 cm². Die Lösung wird einmal täglich über höchstens zwölf Wochen auf die Haut aufgetragen.
  • Imiquimod-Creme: Der Wirkstoff aus der Gruppe der Immunmodulatoren regt das Immunsystem dazu an, Krebszellen selbst zu bekämpfen. Es gibt verschiedene Formulierungen mit unterschiedlichen Dosierungen, die sich für das Gesicht oder die unbehaarte Kopfhaut eignen. Imiquimod 5%- Creme wird über vier Wochen jeweils dreimal wöchentlich auf ein maximales Behandlungsareal von 25 cm² aufgetragen und für ungefähr acht Stunden auf der Haut belassen. Nach vier Wochen ohne Behandlung wird geprüft, ob die aktinische Keratose abgeheilt ist. Eventuell schließt sich ein zweiter Behandlungszyklus über vier Wochen an. Imiquimod 3,75% Creme wird über zwei Behandlungszyklen von jeweils zwei Wochen einmal pro Tag angewendet. Dazwischen liegen zwei Wochen ohne Behandlung.
  • Tirbanibulin 1% Salbe: Tirbanibulin ist ein sogenannter dualer Small-Molecule-Inhibitor, der auf zwei Wegen wirkt: Er hemmt das Enzym namens Protein-Tyrosin-Kinase Src (ein Eiweiß aus der Familie der Tyrosinkinasen, das an der Regulation von Signalwegen zur Zellteilung und -vermehrung beteiligt ist) und die Tubulin-Polymerisation (ein Prozess, der bei der Zellteilung eine wichtige Rolle spielt). Tirbanibulin 1% Salbe kann zum Beispiel bei einzelnen oder multiplen Aktinische Keratosen helfen. Sie ist zur Behandlung des Gesichts oder der Kopfhaut bei Erwachsenen mit einer Flächenbegrenzung von 25 cm² zugelassen. Angewendet wird die Salbe meist einmal täglich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen.

Wie findet man die passende Therapie?

Bei weißem Hautkrebs gibt es nicht nur einen einzigen Behandlungsweg und auch keinen, der zu allen Patientinnen und Patienten passt. Die bestmögliche Therapie überlegt Ihr Behandlungsteam immer individuell für jeden Menschen – je nach Art, Größe, Tiefe, Lage, Ausbreitung und Operabilität des Tumors. Auch Ihr allgemeiner Gesundheitszustand, Alter und persönlichen Wünsche beeinflussen die Therapiewahl. Lassen Sie sich immer alles gut erklären, wägen Sie sämtliche Vor- und Nachteile ab und dann entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam über die Behandlung.

FAQ zu Therapien bei weißem Hautkrebs

Die wichtigste Therapie bei weißem Hautkrebs ist die Operation. Ziel ist es, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen und das Rückfallrisiko zu senken.

Nicht immer genügt eine Operation bei weißem Hautkrebs. Dies hängt davon ab, wie weit der Tumor schon fortgeschritten ist. Dann sind zusätzliche oder systemische Therapien nötig, die im gesamten Körper ihre Wirkung entfalten und Krebszellen bekämpfen.

Diese lokalen Behandlungen kommen vor allem bei kleinen oder oberflächlichen Basalzellkarzinomen sowie bei der Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms in Frage, der aktinischen Keratose. Auch wenn keine Operation gewünscht oder möglich ist, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen, sind lokale Behandlungen eine Möglichkeit. Manchmal lässt sich der Tumor auch nicht vollständig im Rahmen einer OP entfernen, dann sie sie ebenfalls eine Möglichkeit.

Wenn eine Operation nicht möglich, sinnvoll oder gewünscht ist oder sich der Tumor nicht vollständig im Rahmen einer Operation beseitigen ließ. Die Bestrahlung kann eine Alternative oder eine Ergänzung zur Operation sein.

Dann kommen Medikamente infrage, die im ganzen Körper wirken, zum Beispiel zielgerichtete Therapien, Immuntherapien oder Chemotherapie. Sie bekämpfen Krebszellen im gesamten Organismus.

  1. S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut, Stand: Dezember 2022, https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-022OLl_S3_Aktinische_Keratosen-Plattenepithelkarzinom-PEK_2023-01.pdf (Abruf: 21.4.2026)
  2. S2k-Leitlinie Basalzellkarzinom der Haut, Stand: 1.1.2024, https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-021l_S2k_Basalzellkarzinom-der-Haut_2024-07.pdf (Abruf: 21.4.2026)
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/weisser-hautkrebs.html (Abruf: 21.4.2026)
  4. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), https://www.krebsinformationsdienst.de/hautkrebs/behandlung-weisser-hautkrebs (Abruf: 22.4.2026)
  5. Onko-Internetportal, https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/heller-hautkrebs-eine-unterschaetzte-erkrankung.html (Abruf: 22.4.2026)
  6. Deutsche Krebshilfe, https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/hautkrebs/ (Abruf: 22.4.2026)

Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Informationen verständlich zu vermitteln. Die Informationen können jedoch eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.