Die UV-Strahlung gilt als wichtigster Risikofaktor für alle Arten von Hautkrebs. Weißer Hautkrebs wie das Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom entsteht bevorzugt an jenen Stellen, die der Sonne oft und lange ohne Schutz ausgesetzt sind. Dazu gehört vor allem das Gesicht.
Meist lässt sich weißer Hautkrebs mit Hilfe einer Operation entfernen. Wichtig vor der OP ist aber nicht nur die Frage, wie groß der Tumor an der Hautoberfläche ist, sondern auch, wie tief er bereits ins Gewebe eingedrungen ist. Davon hängt es ab, wie viel Gewebe entfernt und wie umfangreich operiert werden muss. Einen besseren Blick in die Tiefe des Gewebes könne hochfrequenter Ultraschall gewähren, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Der Ultraschall ermögliche es, das Gewebe unter der Hautveränderungen genauer einzusehen.
Kurzgefasst:
- Weißer Hautkrebs im Gesicht, zum Beispiel ein Basalzellkarzinom, lässt sich mit hochfrequentem Ultraschall untersuchen.
- Der Ultraschall kann vor einer OP zeigen, wie tief der Tumor ins Gewebe eingewachsen ist.
- Dies kann beispielsweise bei der Nase wichtig sein, weil dort alle Strukturen dicht beieinander liegen.
- Die anschließende Hautkrebs-Therapie lässt sich besser auswählen und planen.
Ultraschall ermöglicht bessere Einschätzung vor der OP
Besonders relevant sei dies zum Beispiel bei Tumoren an der Nase, weil dort die Haut, das Fettgewebe sowie die Knorpel und Knochen dicht beieinander liegen. Wenn der Tumor tief ins Gewebe eingewachsen ist und dies erst während des Eingriffs offensichtlich wird, erschwert dies womöglich die Entfernung des Tumors und die anschließende kosmetisch zufriedenstellende Wiederherstellung der Nase. Das optische Aussehen fällt dann eventuell nicht wie gewünscht aus und auch die Atmung kann anschließend beeinträchtigt sein.
„Mit hochfrequentem Ultraschall können wir vor einer Operation besser einschätzen, ob ein Tumor nur oberflächlich wächst oder ob angrenzende Strukturen betroffen sind“, erklärt Privatdozentin Dr. Diana Crisan, Oberärztin an der Klinik für Dermatologie und Allergologie des Universitätsklinikums Ulm und Mitglied der DEGUM-Sektion Dermatologie. „Das hilft uns, Patientinnen und Patienten realistischer zu beraten und eine mögliche Rekonstruktion frühzeitig mitzudenken.“
Therapie mit Ultraschall planen
Bei der Ultraschalluntersuchung kommt ein spezieller Ultraschallkopf zum Einsatz, der die Gewebeschichten direkt unter der Haut detailliert darstellen kann. Das Untersuchungsergebnis kann einen Einfluss darauf haben, welche Therapie infrage kommt.
So können bei oberflächlich wachsenden Basalzellkarzinomen lokale Behandlungen wie Cremes, eine Photodynamische Therapie (PDT) oder die Kryotherapie (Behandlung mit Kälte) eine Möglichkeit sein. Ergibt der Ultraschall dagegen, dass der Tumor tiefer ins Gewebe eingedrungen ist oder unregelmäßig wächst, spricht dies eher für eine Operation, die Ärztinnen und Ärzte sorgfältig planen müssen.
Liefert das Ultraschallbild dagegen Hinweise auf einen fortgeschrittenen Hautkrebs, beispielsweise bei einer Schädigung des darunterliegenden Knochens, wird von einem operativen Eingriff eher abgeraten. Dann kommen Therapien wie Medikamente oder eine Strahlentherapie infrage. Die Untersuchung des Gewebes im Labor bleibe aber nach einer Operation weiterhin wichtig, betont Crisan. „Damit lässt sich die Diagnose sichern und prüfen, ob der Tumor vollständig entfernt wurde.“
Ultraschall noch kein Standard bei Hautkrebs
Ultraschall wird in der Medizin vielfältig eingesetzt, zum Beispiel in der Schwangerschaft oder bei der Untersuchung von Gefäßen und Bauchorganen. Die Methode ist schmerzfrei, kommt ohne gesundheitlich belastende Strahlung aus und ist meist schnell verfügbar. Bei oberflächennahen Hauttumoren könnten Hautärztinnen und Hautärzte die Ultraschalluntersuchung direkt in die Diagnostik einbinden, rät die DEGUM. In ausgewählten Fällen lasse sich mit Ultraschall auch kontrollieren, ob örtliche Therapien anschlagen.
Noch sei der hochfrequente Ultraschall in der Hautkrebschirurgie aber nicht überall Standard. Die Methode erfordert Erfahrung, ein geschultes Auge und hautärztlich-onkologisches Fachwissen. Dafür gibt es verschiedene Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte.
- DEGUM, Pressemitteilung vom 21.7.2026, https://www.degum.de/presse/pressemitteilungen/im-detail/news/hautkrebs-im-gesicht-ultraschall-zeigt-wie-tief-der-tumor-waechst.html (Abruf: 25.8.2026)
- Wortsman, X. Ultrasound in Skin Cancer: Why, How, and When to Use It? Cancers 2024, 16, 3301. doi.org/10.3390/cancers16193301
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