DermaMia › Hautkrebsvorsorge › Sonne als Gefahr: Hautkrebs nimmt weiter zu
Der Sommer 2026 war lang und sehr heiß. Einen Sonnenbrand haben vermutlich viele Menschen aus dem Freibad, von der Radtour, vom Wandern oder von der Gartenarbeit mitgebracht. Welche langfristigen Schäden die UV-Strahlung anrichtet, zeigt sich oft erst viele Jahre oder Jahrzehnte später – in Form von weißem oder schwarzem Hautkrebs.
Eine aktuelle Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse ergab jetzt, dass die Zahl der Menschen mit einer Hautkrebserkrankung in Deutschland deutlich gestiegen ist: Im Jahr 2024 waren deutschlandweit 28 Prozent mehr KKH-Versicherte aufgrund der Diagnose schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) in ärztlicher Behandlung als noch 2014.
Noch gravierender fiel der Anstieg beim weißen Hautkrebs (Basalzell- und Plattenepithelkarzinom) aus: Hier wurden 2024 rund 45 Prozent mehr Behandlungen registriert als zehn Jahre zuvor. Insgesamt behandelten Ärztinnen und Ärzte 2024 fast fünfmal so viele Menschen mit weißem als mit schwarzem Hautkrebs.
Weißer Hautkrebs: Frauen erkranken häufiger als Männer
Die KKH wertete anonymisierte Daten ihrer Versicherten zur Häufigkeit von bösartigen Neubildungen der Haut zwischen 2014 und 2024 aus. Die zentralen Ergebnisse:
- Weißer und schwarzer Hautkrebs betraf überdurchschnittlich oft Menschen ab dem 55. Lebensjahr.
- Bei rund 8.000 Versicherten wurde 2024 die Diagnose „schwarzer Hautkrebs“ dokumentiert. Darunter waren rund 3.000 Männer und ungefähr 5.000 Frauen.
- Bei zirka 38.000 Versicherten wurde die Diagnose weißer Hautkrebs festgehalten – bei rund 15.000 Männern und etwa 23.000 Frauen.
Beim weißen Hautkrebs zeigte sich zudem ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen nahm die Anzahl um 53 Prozent zu und stieg damit deutlich stärker als bei Männern mit einem Plus von 34 Prozent. Beim schwarzen Hautkrebs lagen Frauen und Männer dagegen näher beieinander: plus 30 beziehungsweise 25 Prozent.
Bundesländer-Vergleich: Sachsen ist vorne
Auch im Vergleich der Bundesländer ergaben sich deutliche Unterschiede. So verzeichnete Sachsen beim schwarzen Hautkrebs von 2014 bis 2024 mit rund 83 Prozent den stärksten Zuwachs, gefolgt von Brandenburg (plus 50 Prozent) sowie Berlin und Bayern (beide plus rund 43 Prozent).
Noch deutlicher fiel der Anstieg beim weißen Hautkrebs aus: In Sachsen verdoppelte sich die Anzahl der Betroffenen in zehn Jahren. In Sachsen-Anhalt lag das Plus bei 75 Prozent, in Thüringen bei rund 67 Prozent.
Sonnenschutz als Routine im Alltag
„UV-Strahlung schädigt das Erbgut der Hautzellen. Der Körper kann zwar viele dieser Schäden reparieren, aber vor allem, wenn die Haut jahrelang immer wieder ungeschützt der Sonne ausgesetzt ist und sich die Schäden summieren, steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken“, erklärt Aurelia Tegtmeyer, Ärztin bei der KKH.
Sie rät deshalb zu umfassenden Schutzmaßnahmen: Direkte Sonneneinstrahlung und vor allem die Mittagssonne vermeiden, sich im Schatten aufhalten, lange, luftige Kleidung und Kopfbedeckung tragen sowie unbedeckte Hautstellen großzügig mit Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen. Entscheidend sei dabei die richtige Menge: Eine erwachsene Person benötige etwa vier gehäufte Esslöffel Sonnencreme für den gesamten Körper.
„Oft wird die Schutzwirkung von Sonnencremes aber überschätzt. Deshalb ist die Vermeidung starker UV-Strahlung sowie der Schutz durch Kleidung besonders wichtig“, erklärt die Expertin. Vielen sei auch nicht bewusst, dass UV-Strahlung auch durch Wolken dringe. Bei bewölktem Himmel sei die Haut daher nicht automatisch geschützt. „Deshalb sollte Sonnenschutz zur alltäglichen Routine werden – unabhängig davon, ob die Sonne gerade sichtbar scheint oder nicht“, betont Tegtmeyer.
Hautveränderungen Aufmerksamkeit schenken
Wichtig sei außerdem die regelmäßige Selbstbeobachtung der Haut: Wer Veränderungen bei der Größe, Form oder Farbe eines Pigmentflecks bemerkt, sollte das zeitnah ärztlich abklären lassen. Besonders wachsam sollten Menschen mit heller Haut und vielen Pigmentflecken sein. Auch eine familiäre Vorbelastung oder eine berufsbedingt hohe Sonneneinstrahlung durch Arbeit im Freien erhöhen das Risiko.
Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren können in Deutschland derzeit noch alle zwei Jahre ein kostenloses Hautkrebs-Screening wahrnehmen.
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- Kaufmännische Krankenkasse KKH, https://www.presseportal.de/pm/6524/6344126 (Abruf: 11.9.2026)
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